Mittelaltersack

1. Beschreibung

Eins vorneweg: Der sogenannte "Mittelaltersack" ist ganz und gar nicht mittelalterlich. Es handelt sich bei dieser Sackpfeife um einen modernen Dudelsack, welcher im Rahmen der Folkbewegung der ehemaligen DDR entwickelt wurde. Diese Art Dudelsack, welche bevorzugt auf Mittelalter -und Fantasymärkten gespielt wird, existiert seit Anfang der 1980er Jahre. Es gibt zwar Quellen, die belegen, dass Dudelsäcke im Mittelalter teilweise relativ grosse Schalltrichter hatten. Allerdings hatten diese Schalltrichter nicht die Ausmaße wie viele der heutigen "Mittelaltersäcke". Laut und schrill sollen die Dudelsäcke im Mittelalter geklungen haben. Zieht man aber in Erwägung, dass die Hörgewöhnheiten des "mittelalterlichen" Menschen so ganz anders waren als die eines Menschen, welcher im Umfeld der Industriegesellschaft aufwächst, wird schnell klar, dass man im Mittelalter sicherlich eine andere Vorstellung von Lautstärke hatte.

2. Abbildungen

3. Stimmung und Tonumfang

Es gibt den "Mittelaltersack" in verschiedenen Stimmungen. Die übliche Tonart liegt allerdings bei a. Die Bordunstimmung kann sich auf den Grundton beschränken oder aber mit zusätzlicher Quinte versehen sein. Die Spielpfeife verfügt über 7 vorderständige Löcher und 1 bis 2 Daumenlöchern. Das zweite Daumenloch gibt dem Spieler die Möglichkeit die Durterz zu spielen, was ein Spiel in A-Dur ermöglicht. Spielbare Töne sind g, a, h, c, d, e, fis, g, a. Je nach Spielpfeife sind durch verschiedene Gabelgriffe die Töne f und und hoch gis möglich. Ein cis erhält man durch das Öffnen des zweiten Daumenlochs.

4. Tonbeispiele

Hörbeispiel eines Mittelaltersacks (MP3)