Böhmischer Bock

1. Beschreibung

Der böhmische Bock existiert oder existierte in ähnlicher Form im gesamten süddeutschen Raum einschließlich Österreichs und den im Osten angrenzenden Gebieten und kann somit mit ebensolchem Recht als bayerischer oder deutscher Bock bezeichnet werden. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts nahezu ausgestorben, befindet er sich mittlerweile wie die meisten Sackpfeifentypen wieder im Aufwind, obwohl er noch nicht überall als vollwertiges Volksmusikinstrument wieder akzeptiert wird.

Auffallendstes Merkmal des Bocks ist der geschnitzte Ziegenkopf, aus den die Spielpfeife ragt. Diese ist zylindrisch gebohrt mit einfachem Rohrblatt und besitzt sechs vorderständige Grifflöcher und ein Daumenloch. Die Griffweise ist geschlossen, d.h. es wird genau ein Loch zum Erklingenlassen des gewünschten Tones geöffnet. Am unteren Ende der Spielpfeife wie auch des oder der Bordunpfeifen sind Schalltrichter, meist aus Kuhhörnern, als Schallverstärker angebracht. Meist besitzt der Bock nur eine Bordunpfeife, die über der Schulter liegt und dann im rechten Winkel nach unten abknickt (Böhmischer Bock) oder an der rechten Seite des Sackes einfach nach unten hängt (Egerländer Bock). Es existieren auch Instrumente, die diese beiden Bordunpfeifen als Baß- und Tenorbordun besitzen.
Der Sack ist meist aus einem Tierfell, dessen Haare nach außen gekehrt werden. Der Bock wird häufig mit einem Blasebalg gespielt, es gibt aber auch mundgeblasene Instrumente.

2. Abbildungen

3. Stimmung und Tonumfang

Böcke werden in verschiedenen Stimmungen gespielt. Die häufigsten sind F und Es. Die Spielpfeife in F verfügt über den Umfang einer None ohne die Unterterz:

Aufgrund der geschlossenen Griffweise klingt zwischen den Melodienoten immer wieder der tiefste Ton (hier C) durch, was den Eindruck eines Dominantborduns erscheinen läßt. Die Bordunpfeife ist auf die Tonika gestimmt:

Grifftabellen

4. Tonbeispiele

Hörbeispiel Böhmischer Bock