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THEMA: Schäferpfeife in C oder D

Re: Schäferpfeife in C oder D 8 Jahre 5 Monate her #13

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> Nochmal gefragt (sorry, Musiktheorie ist nicht mein Ding):
> Ist es es richtig, daß die Stimmung der Spielpfeife eigentlich egal ist? Sie grenzt lediglich den Tonumpfang ein?
> Die Stimmung des Borduns ist entscheidend dafür, welche Tonart ich spielen kann?
> Sprich: Ich kann mit einer C-Spielpfeife D spielen, wenn ich den Bordun auf D umstimmen kann?

Das ist eine etwas kompliziertere Frage, deshalb auch eine komplizierte Antwort. Wenn es sich zum Beispiel um ein gleichschwebend temperiert gestimmtes Instrument handelt, ist die einzige Voraussetzung um eine Tonart spielen kannst, dass du alle vorkommenden Töne spielen kannst. Bei der Schäferpfeife in G fehlen in der Regel das As und das tiefe Fis, das wären dann bei der C Spielpfeife das Des und das tiefe H. Das schließt natürlich schonmal einige Stücke aus.

Wenn man jetzt aber mit Dudelsäcken anfängt, hat man in der Regel ein Instrument, dass rein zum Grundton gestimmt ist, siehe [1]. Vereinfacht gesagt, wird dabei jeder Ton so gestimmt, dass er gut zu dem Bordun passt. Wenn jetzt der Bordun umgestimmt wird, zum Beispiel von C auf D, wird der Bordun nicht mehr genau zu allen Tönen stimmen. Warum das nicht passt ist schlicht und einfach etwas Mathematik, die im Wikipedia-Artikel ausreichend erläutert ist.
Natürlich kann man das in gewissen Fällen vernachlässigen oder den Bordun abstellen damit man das nicht mehr so stark hört, aber im allgemeinen leidet auch dann der Klang darunter.
Bei meinem Dudey kann ich zum Beispiel die Bordune so stimmen, dass ich in C-Dur, F-Dur und in D-Moll spielen kann. Es klingt aber, da die Spielpfeife auf F gestimmt ist, in F am besten. Wenn ich perfekten Klang in D haben will, muss ich mir halt eine andere Spielpfeife bauen lassen, sonst gibt es eben bei gewissen Tönen Schwebungen. Außerdem ist es schwieriger einen stabilen Bordun einzurichten, der umstimmbar ist. Gerade bei überblasbaren Spielpfeifen, bei denen der Druck zum Überblasen gesteigert werden muss, ist das ein Problem.

Die Schäferpfeifen in C sind eben darauf eingerichtet mit C Bordun in C zu spielen oder vielleicht mit C Bordun in F, so wie die Spielpfeifen in G darauf gestimmt sind in G und C zu spielen.
Deine D Stücke nach C oder auch nach G zu transponieren ist natürlich kein Problem.

Ich persönlich würde mit einem Dudelsack in G anfangen, weil das im Moment einfach die Standardstimmung ist und man mit dem Instrument dann auf fast jeder Session mit anderen Dudelsäcken mitspielen kann. Andere Stimmungen sind eben seltener und werden entsprechend auch seltener auf eine Session mitgebracht & ausgepackt. Auch die meisten Kurse sind für die Dudelsäcke in G. Ich glaub nicht, dass man in einem Anfängerkurs auch andere Stimmungen bedenken kann, gerade wegen der Schwierigkeiten, die dann beim Zusammenspiel auftreten.
Natürlich, die Schäferpfeifen und die Grande Cornemuse Bourbonnaise in C (die meist auf der gleichen Spielpfeife basieren) klingen sehr genial tief und machen auch Spaß zu spielen, sind aber leider nicht so universell einsetzbar wie die Dudelsäcke in G.

Gruß Bastian

[1] de.wikipedia.org/wiki/Reine_Stimmung
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Re: Schäferpfeife in C oder D 8 Jahre 5 Monate her #14

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> Ist es es richtig, daß die Stimmung der Spielpfeife eigentlich egal ist? Sie grenzt lediglich den Tonumpfang ein?

Die Stimmung der Spielpfeife definiert die spielbare(n) Tonart(en).

> Die Stimmung des Borduns ist entscheidend dafür, welche Tonart ich spielen kann?

Das ist soweit richtig, aber wenn Du das erkannt hast, wie kommst Du dann darauf?:

> Sprich: Ich kann mit einer C-Spielpfeife D spielen, wenn ich den Bordun auf D umstimmen kann?

Du spielst in der Tonart, die durch den Bordun und die Grundstimmung der Spielpfeife vorgegeben ist. Wenn Du auf einer C-Spielpfeife in D spielst, stimmt kein einziges Intervall, selbst wenn Du den Bordun auf D umstimmen könntest.
Lies Dir die FAQs durch, da findest Du sehr viel Information zu diesem Thema (wichtiges Stichwort: reintonige Stimmung). Wie schon gesagt, sind Schäferpfeifen in C (und auch in D) eher selten und teuer. Ehe Du ca. 2000 Euro für ein Instrument ausgibst, lohnt es, sich vorher eingehend zu informieren.
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Re: Schäferpfeife in C oder D 8 Jahre 5 Monate her #15

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Vielen Dank für die Antworten; jetzt bin ich etwas schlauer. Zur Zeit versuche ich mich mit einem Uilleann Practice Set und bekomme auch schon einfache Melodien (z.B. Amazing Grace und Cliffs of Dooneen) einigermaßen hin. Allerdings kann ich nicht behaupten, daß es mir leicht fällt, zumal ohne Lehrer. Deshalb kam mir der Gedanken, es mal mit einer Tief-D Schäferpfeife (deren Klang ich sehr mag) zu versuchen. Viele von mir bevorzugte Stücke sind in D geschrieben. Nach Tief-C habe ich gefragt, weil ich grade eine solche Spielpfeife angeboten bekommen habe.

Grüße
K.
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Re: Schäferpfeife in C oder D 8 Jahre 5 Monate her #16

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> Ich denke ein Anfänger sollte ersma Wert drauf legen dass Dudelsackspielen zu beherrschen, da reicht ein Bordun, und das Stimmen üben des Borduns is mit einem schon schwer genug für einen Anfänger.
> Naja auch mit ner Schäferpfeife kannste die irischen Sachen spielen, wenn du transponierst. Über 1,5 Oktaven kommste so oder so nicht.
>
> Gruß

Sehe ich etwas anders....
selbstverständlich ist es einfacher anfangs mit nur einem Bordun zu spielen...aber den 2. (wenn man ihn denn hat) kann man durchaus so lange ausschalten. Wenn man nämlich nach einiger Zeit seinen Dudelsack spielen kann, ärgert es einen dann doch das man nur einen Bordun hat wenn sich 2 doch viel besser anhören.
Also...wenn schon denn schon...einen Sack mit 2 Bordunen zugelegt, den 2. Bordun nach einiger Zeit dazugenommen und man schaut sich nicht gleich nach dem nächsten neuen Instrument um.....
(eigene Erfahrung)
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