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THEMA: D-Dur = G-Dur???

Re: D-Dur = G-Dur??? 6 Jahre 9 Monate her #13

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> > Also mal um sicher zu gehen, Du meinst, die Bordune in A umstimmen, A als Grundton, G als tiefsten Ton und anstatt Fiss ein F spielen???
>
> ... nein! Entweder Bordune in A, dann mit Fis und Cis (viel Spass bei letzterem) oder alles einen Ton tiefer in der G-Mixolydischen Skala, also mit F-G-A-H-C-D-E-F-G + überblasene. Also ich wüsste, was auf einer Schäferpfeife einfacher zu spielen ist.
> Übrigens ist Mixo auch bei uns nicht sooo ungebräuchlich, das Wernigeroder Tanzbuch (aus dem Malbrook einige Stücke spielt) enthält so einiges in Mixolydisch.
>


Danke Thomas,

jetzt hat`s geschnackelt :o)

Gruss,

Stefan
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Re: D-Dur = G-Dur??? 6 Jahre 9 Monate her #14

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> > Meint Ihr mit Stücke für Nicht-Piper, speziell die GHP-Piper?
>
> In diesem Zusammenhang Schotten-Piper, egal ob GHB, Lowland-bzw. Border- oder Highland Smallpipes.
>
> > Also mal um sicher zu gehen, Du meinst, die Bordune in A umstimmen, A als Grundton, G als tiefsten Ton und anstatt Fiss ein F spielen???
>
> Nenenenenee, nix Froschn... um diese Sachen auf Schäferpfeife zu spielen, Bordune auf G lassen, alles einen Ton runtertransponieren, Tonreihe: F - G (Grundton!) - A - H - C - D - E - F (statt F#) - G - so hat Tom es auch erklärt.
> Oder auf einem A-Chanter mit A-Bordunen alles so spielen, wie es da notiert ist...


Auch Dir vielen Dank!

Bin mir tatsächlich am überlegen ob ich mir nen A-Chanter vom Rogge machen lass.............mal schauen wenn ich wieder etwas flüssiger bin!?

Grüssle,

Stefan
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Re: D-Dur = G-Dur??? 6 Jahre 9 Monate her #15

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> Bin mir tatsächlich am überlegen ob ich mir nen A-Chanter vom Rogge machen lass.............mal schauen wenn ich wieder etwas flüssiger bin!?

Davon möchte ich Dich ganz sicher nicht abbringen - aber spieltechnisch macht es keinen Unterschied, ob das Ganze jetzt in A/D erklingt oder in G/C. Die Griffe sind für Dich dieselben.
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Re: D-Dur = G-Dur??? 6 Jahre 9 Monate her #16

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> > Bin mir tatsächlich am überlegen ob ich mir nen A-Chanter vom Rogge machen lass.............mal schauen wenn ich wieder etwas flüssiger bin!?
>
> Davon möchte ich Dich ganz sicher nicht abbringen - aber spieltechnisch macht es keinen Unterschied, ob das Ganze jetzt in A/D erklingt oder in G/C. Die Griffe sind für Dich dieselben.

Da hast Du wohl recht, wäre zum 1.sicherlich Luxus und zum 2ten, die Überlegung, Klanglich etwas mehr am Original zu sein, mit dem kleinen Extraschmankerl, die Notation nicht transponieren zu müssen :)

Danke nochmal!!!

Gruss,

Stefan
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Re: D-Dur = G-Dur??? 6 Jahre 9 Monate her #17

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> ... die Notation nicht transponieren zu müssen :)

Denke nicht in absoluten Tonhöhen, denke in Intervallen relativ zum Grundton, dann macht es keinen Unterschied, in welcher Tonart der spezielle Chanter ist.
Wenn Du an den G-Chanter gewöhnt bist, wirst Du mit dem A-Chanter genauso umdenken müssen, "A ist jetzt der Griff, der sonst G war, D ist das, was C war", usw.
In traditioneller Musik ist es gang und gäbe, bei Instrumenten, die in verschiedenen Stimmungen existieren (und die in ihren spielbaren Tonarten stark eingeschränkt sind), eine "Notationstonart" zu wählen, in der man alles notiert, ohne Rücksicht darauf, welche Tonhöhe bei einem speziellen Instrument herauskommt. Z.B. werden Noten für Uilleann Pipes immer so aufgeschrieben (und benannt), als würde es sich um ein Instrument in D handeln, d.h. auch bei einem Instrument in C schreibt und nennt man den tiefsten Ton D, obwohl er in Wirklichkeit als C klingt, bei einem Instrument in C#, H oder B ebenso (niemand würde gerne Noten in H-Dur lesen wollen...). Bei der Tin Whistle ist es dasselbe, die Notation entspricht immer der D-Whistle, je nach Stimmung der Whistle kann das D in Wirklichkeit ein B oder ein C oder ein Eb oder F oder oder oder sein. Bei Schottenpipes ist die Notationstonart nun mal A mixolydisch, egal ob es auf einer GHB gespielt wird (wo es in B erklingt) oder auf einer Smallpipe in D (wo es entsprechend in D erklingt) oder auf einer Schäferpfeife, wo es dann eben in G erklingt. Für den Spieler ist nur wichtig: Grundton = alle Finger außer dem kleinen zu, Quart = Unterhand offen, Oberhand zu, usw., es ist nicht wie z.B bei einem Klavier, wo die Töne woanders liegen.
Anderes Beispiel: jemand möchte ein Lied singen und sich selbst auf der Gitarre begleiten. Dieses Lied lässt sich auf der Gitarre sehr bequem in G-Dur spielen, für seinen Stimmumfang wäre aber die Tonart B-Dur angenehmer, das wiederum ist auf der Gitarre deutlich schwieriger zu spielen. Die einfachste Möglichkeit ist dann, die ganze Gitarre eineinhalb Töne höher zu bringen, so dass der Griff für G-Dur als B-Dur klingt - und genau das wird dann auch gemacht. Damit man nicht die ganze Gitarre höher stimmen muss, gibt es dafür ein Hilfsmittel, den "Kapodaster" - das Prinzip ist dasselbe - mit den gewohnten Griffen spielen, obwohl es in einer anderen Tonart klingt. Würde er sich das Ganze notieren, würde er schreiben "Kapo 3. Bund", und dann die Akkorde für G-Dur aufschreiben. (nur am Rande: Irving Berlin hat sich seinerzeit ein Klavier mit einem ausgefuchsten Mechanismus bauen lassen - wenn man den Deckel zu- und wieder aufklappte, rückte die gesamte Stimmung des Instruments einen Ton höher - er konnte nämlich nur auf den weißen Tasten spielen... auch wieder dasselbe Prinzip).
Für die angehenden Marktsacker, die tatsächlich bis hierher mitgelesen haben: nach genau diesem Prinzip lassen sich auch die ganzen D-Moll-Stücke aus dem Codex Verus auf dem A-Sack spielen - nicht in Tonhöhen denken, sondern "D = Grundton, alles außer kleinem Finger zu, G = Quarte, Unterhand offen, A = Quinte, oberer Ringfinger offen usw. - zumindest solange, bis sich jemand erbarmt und doch noch den ganzen Kram nach A-Moll umschreibt (aber ich sicher nicht).
Merkwürdigerweise scheint die Vorstellung, Marktsackgriffweise auf einer Blockflöte zu üben (auf der es dann ja auch in D-Moll klingt) niemandem Kopfschmerzen zu bereiten, die Vorstellung, denselben Fingersatz dann auf den Marktsack zu übertragen, wobei dieselben Stücke dann eben in A-Moll klingen, hingegen sehr.
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Re: D-Dur = G-Dur??? 6 Jahre 9 Monate her #18

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> > ... die Notation nicht transponieren zu müssen :)
>
> Denke nicht in absoluten Tonhöhen, denke in Intervallen relativ zum Grundton, dann macht es keinen Unterschied, in welcher Tonart der spezielle Chanter ist.
> Wenn Du an den G-Chanter gewöhnt bist, wirst Du mit dem A-Chanter genauso umdenken müssen, "A ist jetzt der Griff, der sonst G war, D ist das, was C war", usw.



Hallo Mike,

mensch Du bist ja richtig motiviert die Theorie zum xten mal zu wiederholen und in einer Ausführlichkeit, danke :) !

Das mit dem A-Chanter war wohl ein Denkfehler meinerseits. Ich dachte ein A-Chanter würde dann A in Schottenstimmung spielen, also A,H,Cis, (Ohne Fingerverrenkungen) u.s.w.....aber wenn ich so darüber nachdenke, angeregt durch Deine erhellende Information, ist es eigentlich völlig klar!

Deine Info war aufjedenfall sehr Informativ.......wenn ich denke, so jetzt habe ich`s kapiert, schleichen sich doch immer wieder mal, solche Fehlerlein ein!

Eine Buch für Dudelsackler das diese Thema mit all seinen Geograpfischen Hintergrund beschreibt, wäre mal ein Ding.......Mike keine Lust dazu, evtl. mal den Hoffmann als Vertreiber anfragen ;o) ?!


Danke nochmal und mach`s Gut!

Stefan

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