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THEMA: D-Dur = G-Dur???

Re: D-Dur = G-Dur??? 6 Jahre 9 Monate her #7

  • hollastauden
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> Prinzipiell lassen sich alle schottischen Pipe-Tunes auf der Schäferpfeife spielen - bei manchen klingts gut, bei anderen weniger. Transponieren muss man in jedem Fall.
> Es erstaunt mich, dass da überhaupt Kreuze stehen - üblicherweise wird für alle schottischen Pipes in A notiert (tiefster Ton G), aber ohne Vorzeichen, weil in traditioneller Spielweise nur eine mixolydische Tonreihe auf A zur Verfügung steht. Im plagalen Modus ergibt sich eine D-(Dur)-Tonreihe.
> Wenn Du auf einer G-Schäferpfeife spielen willst, musst Du alles einen Ton nach unten transponieren, d.h. aus den A-Stücken wird G, aus den D-Stücken wird C. Was das H-Moll angeht - die Schotten spielen das völlig schmerzfrei zum A-Bordun... das würde auf dem Schäfersack ein A-Moll ergeben, klingt aber nicht wirklich schön... Aber beim Schäfer hast Du ja auch eine Moll-Reihe auf dem Bordunton, Du kannst diese Stücke (sofern es vom Umfang hinkommt) zwei Töne nach unten transponieren, dann kommst Du zu G-Moll. Ob es dann noch den "schottischen" Charakter behält, ist wiederum eine andere Frage.
> Ebensowenig schön wäre es, die D-Dur-Stücke in der Originaltonart zum G-Bordun zu spielen.



Hallo Mick,

erstmal Danke!

Bei den notierten D-Dur stücken hört der letzte Ton immer bei A auf, drum dachte ich an A-Moll??? Also in A spielen mit A-Bordun??
Irgendwie notieren die ja anders wie wir oder :)???

Kannst du "plagal" bitte in Deutsch übersetzen, Danke.

Ja das mit dem G-Moll müsste teilweisse gehen aber wie schon erwähnt........ der Schottische Charakter :)

Also ich muss sagen, bei mir kommt immer eine Mischung aus Neid und Bewunderung auf, wenn jemand die ganze Musiktheorie bildlich vor Augen hat ;-)!

Grüssle,
Stefan
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Re: D-Dur = G-Dur??? 6 Jahre 9 Monate her #8

  • mick
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Aaaalso - erstmal: wenn das Stück auf A aufhört, ist es mit größter Sicherheit auch in irgendeiner Art von A.
Die traditionelle schottische Tonreihe ist die mixolydische:
A - H - C# - D - E - F# - G - A , also eine Dur-Tonleiter mit verminderter Septime (G statt G#, = die Töne der D-Dur-Reihe, daher die zwei Kreuze, ist aber trotzdem eine A-Tonreihe, aber eben kein "normales" Dur). Unter dem Grundton A hat man noch ein tiefes G. Um das Notenbild zu vereinfachen, werden bei schottischen Dudelsacknoten üblicherweise die Kreuze einfach weggelassen, zumal in traditioneller Spielweise andere Töne als die aufgeführten nicht existieren.(Ebenso spricht der Piper von "C" und "F", obwohl die Töne eigentlich "Cis" und "Fis" sind. Da im Englischen unser Ton "H" als "B" bezeichnet wird, ergibt sich daraus die wunderbare Logik, dass die Tonleiter tatsächlich "A,B,C,D,E,F,G" geht, was für den Anfänger sehr gut verständlich ist.)
Wenn die Noten für "normale" Menschen, also Nicht-Dudelsacker, lesbar sein sollen, muss man die beiden Kreuze für F# und C# dazunotieren, weil es ansonsten tatsächlich für A-Moll missverstanden würde. Ich vermute ganz stark, das Buch ist nicht wirklich für Border Pipes, sondern umfasst Border Pipe Tunes für verschiedene Instrumente. Wenn die "Verzierungs"techniken nicht ausnotiert sind (sprich mehr Fliegendreck als Noten auf dem Papier), dann richtet sich das Buch nicht an den Piper.
Eine plagale Tonreihe erhält man, wenn man in der Mitte der Tonreihe mit den vorhandenen Tönen eine neue Tonreihe aufbaut. In unserem Fall wäre das auf D aufbauend D - E - F# - G - A nach oben, sowie abwärts D - C# - H - A - G. Der "Grundton" liegt also nicht am Anfang der Skala, sondern in der Mitte, der Tonumfang umfasst jeweils eine Quinte über wie unter dem Grundton. Im Gegensatz zur authentischen Tonreihe (das ist die auf dem eigentlichen Grundton, in diesem Falle das A) ergeben hier die Töne der plagalen Tonreihe ein glattes Dur. Da das D problemlos mit dem A-Bordun (Quinte!) harmoniert, werden die plagalen Tonreihen auf der Quarte aufbauend in der Bordunmusik sehr häufig eingesetzt.
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Re: D-Dur = G-Dur??? 6 Jahre 9 Monate her #9

  • TomasSauer
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Um Micks wie immer exzellenten und kenntnisreichen Exkurs zusammenzufassen: Wenn die Stücke für Nicht-Piper notiert sind und zumeist auf dem A aufhören, dann sind sie A Mixolydisch und damit perfekt auf der Schäferpfeife spielbar, einfach einen Ton tiefer, also die G-"Dur"-Tonleiter mit F statt Fis. Das wäre dann übrigens eine authentische Skala :-)
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Re: D-Dur = G-Dur??? 6 Jahre 9 Monate her #10

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> Um Micks wie immer exzellenten und kenntnisreichen Exkurs zusammenzufassen: Wenn die Stücke für Nicht-Piper notiert sind und zumeist auf dem A aufhören, dann sind sie A Mixolydisch und damit perfekt auf der Schäferpfeife spielbar, einfach einen Ton tiefer, also die G-"Dur"-Tonleiter mit F statt Fis. Das wäre dann übrigens eine authentische Skala :-)


Hey Thomas,

dem kann ich nur beipflichten. Die Ausführung ist sogar "fast" für mich verständlich :)

Vielen Dank Mick, vielleicht solltest Du mal ein Buch schreiben ;)


Meint Ihr mit Stücke für Nicht-Piper, speziell die GHP-Piper?
Also mal um sicher zu gehen, Du meinst, die Bordune in A umstimmen, A als Grundton, G als tiefsten Ton und anstatt Fiss ein F spielen???
Danke an Euch, dass Forum kann einen das leben schon etwas leichter machen.........oder auch schwerer ;o)

Das Noten buch heisst:
"Over the Hills" von Matt Seattle
"Musik für Lowland- and Border-Bagpipes und andere Melodieinstrumente"
Gekauft beim verlag der Spielleute.
www.spielleute.de/wbc.php?sid=674995497&...=217&rid=12&recno=32

Wie bereits erwähnt ist es ohne Gracings geschrieben und auch für, andere Melodieinstrumente.

Dann wünsche ich noch einen schönen Abend!!!

Gruss,

Stefan

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Re: D-Dur = G-Dur??? 6 Jahre 9 Monate her #11

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> Also mal um sicher zu gehen, Du meinst, die Bordune in A umstimmen, A als Grundton, G als tiefsten Ton und anstatt Fiss ein F spielen???

... nein! Entweder Bordune in A, dann mit Fis und Cis (viel Spass bei letzterem) oder alles einen Ton tiefer in der G-Mixolydischen Skala, also mit F-G-A-H-C-D-E-F-G + überblasene. Also ich wüsste, was auf einer Schäferpfeife einfacher zu spielen ist.
Übrigens ist Mixo auch bei uns nicht sooo ungebräuchlich, das Wernigeroder Tanzbuch (aus dem Malbrook einige Stücke spielt) enthält so einiges in Mixolydisch.
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Re: D-Dur = G-Dur??? 6 Jahre 9 Monate her #12

  • mick
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> Meint Ihr mit Stücke für Nicht-Piper, speziell die GHP-Piper?

In diesem Zusammenhang Schotten-Piper, egal ob GHB, Lowland-bzw. Border- oder Highland Smallpipes.

> Also mal um sicher zu gehen, Du meinst, die Bordune in A umstimmen, A als Grundton, G als tiefsten Ton und anstatt Fiss ein F spielen???

Nenenenenee, nix Froschn... um diese Sachen auf Schäferpfeife zu spielen, Bordune auf G lassen, alles einen Ton runtertransponieren, Tonreihe: F - G (Grundton!) - A - H - C - D - E - F (statt F#) - G - so hat Tom es auch erklärt.
Oder auf einem A-Chanter mit A-Bordunen alles so spielen, wie es da notiert ist...
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