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THEMA: welches instrument?

welches instrument? 6 Jahre 8 Monate her #1

  • kolkrabe666
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hallo,

ich will mittelaltermusik machen sowie corvus corax und sowas das man auf den mittelaltermärkten hören kann.

ich habe mich jetzt im internet über verschiedene blasinstrumente von früher informiert. bei dem dudelsackbauer jens güntzel auf der hp gibt es rauschpfeifen, schalmeien, chalmeau und barockoben.

sind die instrumente schwierig zu spielen?

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Re: welches instrument? 6 Jahre 8 Monate her #2

  • mick
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"Schwierig" ist ein sehr relativer Begriff.
Alle diese (wie auch andere) Instrumente sind schwierig genug, dass man deutlich mehr schlechte als gute Spieler trifft.
Grundsätzlich ist jedes Instrument schwierig GUT zu spielen und erfordert Lernen und Üben, und dabei eine gründliche und systematische Angehensweise; einen Lehrer zu haben wäre optimal, leider gibt es Lehrer für solche Instrumente nicht an jeder Ecke. Auch wenn es sicherlich möglich ist, nach kurzer Zeit die ersten Markthits runterzududeln, eine ordentliche Spieltechnik zu erlernen (damit es eben kein Gedudel wird) dauert, und zwar umso länger, je mehr man es beschleunigen möchte. Anders gesagt: willst Du schnell spielen, übe langsam.
Von der Barockoboe würde ich Dir erstmal abraten, es sei denn, Du verfügst schon über Erfahrung mit klassischer Oboe/Englischhorn o.ä.
Bei Rauschpfeifen, Schalmeien und Chalumeau ist die Fingertechnik vergleichsweise einfach. Die Rauschpfeife als Windkapselinstrument erfordert keinen speziellen Ansatz, beim Chalumeau kann Dir jeder Klarinetten- oder Saxophonspieler Tips zum Ansatz geben, bei der Schalmei wird es schon schwieriger. In allen Fällen musst Du davon ausgehen, dass einige Zeit vergehen wird, bis Du einen wirklich anhörbaren Ton produzieren kannst.
Übrigens würden ein paar gezielt eingestreute Großbuchstaben Dein Schriftbild sehr viel leichter lesbar machen...
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Re: welches instrument? 6 Jahre 8 Monate her #3

  • Taravas
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Hi,

Satzzeichen wären auch prima! ;-)

Mick hat schon vieles beantwortet, trotzdem möchte ich noch einiges ergänzen, insbesondere zur Barock-Oboe.

Der Ansatz auf der Barockoboe ist doch schon anders als der Ansatz auf der modernen Oboe. Es sind sogar zwei ziemlich verschiedene Instrumente.

Bei der modernen Oboe wird alles mit Klappen geregelt, die Töne stehen sehr stabil, mit einem überschaubaren Ziehbereich. Bei der Barockoboe stehen abgesehen vom d´ + g´ und deren Oktaven keine Töne stabil. Das heißt du mußt fast immer korrigieren. Einige Töne haben bei der barocken Variante einen Ziehbereich von einem ganzen Ton. Das Überblasen geschieht komplett durch den Ansatz und ohne Klappen. Das Instrument hat nur eine c und eine es Klappe. Der Rest wird durch gabeln, Ansatz und 2 Doppellöcher geregelt. Hinzu kommt, dass es verschiedene Trillergriffe (die von den Tongriffen abweichen) gibt. Die Lektüre für Barockoboe ist auch sehr viel komplexer als die, der Mittelalter/Folk -oder Renaissancemusik. Ohne Lehrer geht auf dem Instrument gar nichts.

Das Lernen der Barockoboe ist ein sehr aufwendiger und langwieriger Prozeß indem du erst einmal nur Tonleitern + Intervalle spielst und lernen mußt, wie du ansetzen hast, damit es richtig klingt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Barockoboe ist meiner Meinung nach ein traumhaftes und eines der ausdrucks-stärksten Instrumente - aber auch eines der lernaufwendigsten.

Klanglich ist so eine Barockoboe auch nicht unbedingt das, was man sich unter Mittelalter vorstellt! Und wer das Palästinalied auf einer Barockoboe spielt, gehört verhaftet! ;-)

Ein modernes klappenloses Chalumeaux mit Klarinettenmundstück (ich verkaufe gerade eins mit Böhm-Mundstück;-)) ist nicht so aufwendig zu erlernen. Wenn es ein barockes Chalumeaux sein soll, wird es schon aufwendiger. Zumindest ist es bei meinen Barock-Chalumeaux so, dass die Töne in der zweiten Oktave Korrektur benötigen.

Schalmeien und Rauschpfeifen sind für die Mittelalter/Folk-Marktmusik besser geeignet.

Vorteile Rauschpfeife: Meist mit sehr klangstabilen Kunststoff-Rohrblättern, der Ton steht, nicht so aufwendig zu erlernen, oft sehr günstig gebraucht zu bekommen, Rohrblatt durch die Windkapsel geschützt.

Nachteile Rauschpfeife: Keine nennenswerten Möglichkeiten in der Tonmodulierung, Geringer Tonunfang, Klang gewöhnungsbedürftig.

Vorteile Schalmei/Pommer: Größerer Tonumfang, edlerer Klang, Möglichkeiten in der Tonmodulierung

Nachteile Schalmei/Pommer: Rohrblatt ungeschützt, aufwendiger zu erlernen als Rauschpfeifen, höherer Preis.

Aber wie Mick schon sagte, alle Instrumente müßen/sollten regelmäßig geübt werden, damit es anständig klingt. Und es ist immer von Vorteil, in manchen Fällen sogar ein Muß, Unterricht zu nehmen.

Falls du aus dem Rheinland kommst, kannst du dich gerne bei mir melden, dir die verschiedenen Instrumente anschauen, anfassen und anhören! ;-)

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Re: welches instrument? 6 Jahre 8 Monate her #4

  • kolkrabe666
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Ich danke euch beiden, für die Antworten.

Üben am besten mit einem Lehrer das gilt für alle Instrumente. Das habe ich verstanden. Das Leichteste zu lernende ist eine Rauschpfeife und die klingt dann auch wie Mittelaltermusik. Wie genau klingt so ein Instrument, und wie klingen Schalmei, Chalmeua und Barockoboe. Und warum darf man mit einer Barockoboe kein Palästinalied spielen? Was ist eigentlich ein Krummhorn, hat der Dudelsackbauer Jens Güntzel auch auf seiner Internetseite stehen. Was ist Tonmodulierung, was ist Pommer und was ist Ziehbereich?

> Hi,
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> Satzzeichen wären auch prima! ;-)
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> Mick hat schon vieles beantwortet, trotzdem möchte ich noch einiges ergänzen, insbesondere zur Barock-Oboe.
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> Der Ansatz auf der Barockoboe ist doch schon anders als der Ansatz auf der modernen Oboe. Es sind sogar zwei ziemlich verschiedene Instrumente.
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> Bei der modernen Oboe wird alles mit Klappen geregelt, die Töne stehen sehr stabil, mit einem überschaubaren Ziehbereich. Bei der Barockoboe stehen abgesehen vom d´ + g´ und deren Oktaven keine Töne stabil. Das heißt du mußt fast immer korrigieren. Einige Töne haben bei der barocken Variante einen Ziehbereich von einem ganzen Ton. Das Überblasen geschieht komplett durch den Ansatz und ohne Klappen. Das Instrument hat nur eine c und eine es Klappe. Der Rest wird durch gabeln, Ansatz und 2 Doppellöcher geregelt. Hinzu kommt, dass es verschiedene Trillergriffe (die von den Tongriffen abweichen) gibt. Die Lektüre für Barockoboe ist auch sehr viel komplexer als die, der Mittelalter/Folk -oder Renaissancemusik. Ohne Lehrer geht auf dem Instrument gar nichts.
>
> Das Lernen der Barockoboe ist ein sehr aufwendiger und langwieriger Prozeß indem du erst einmal nur Tonleitern + Intervalle spielst und lernen mußt, wie du ansetzen hast, damit es richtig klingt.
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> Lange Rede, kurzer Sinn: Die Barockoboe ist meiner Meinung nach ein traumhaftes und eines der ausdrucks-stärksten Instrumente - aber auch eines der lernaufwendigsten.
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> Klanglich ist so eine Barockoboe auch nicht unbedingt das, was man sich unter Mittelalter vorstellt! Und wer das Palästinalied auf einer Barockoboe spielt, gehört verhaftet! ;-)
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> Ein modernes klappenloses Chalumeaux mit Klarinettenmundstück (ich verkaufe gerade eins mit Böhm-Mundstück;-)) ist nicht so aufwendig zu erlernen. Wenn es ein barockes Chalumeaux sein soll, wird es schon aufwendiger. Zumindest ist es bei meinen Barock-Chalumeaux so, dass die Töne in der zweiten Oktave Korrektur benötigen.
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> Schalmeien und Rauschpfeifen sind für die Mittelalter/Folk-Marktmusik besser geeignet.
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> Vorteile Rauschpfeife: Meist mit sehr klangstabilen Kunststoff-Rohrblättern, der Ton steht, nicht so aufwendig zu erlernen, oft sehr günstig gebraucht zu bekommen, Rohrblatt durch die Windkapsel geschützt.
>
> Nachteile Rauschpfeife: Keine nennenswerten Möglichkeiten in der Tonmodulierung, Geringer Tonunfang, Klang gewöhnungsbedürftig.
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> Vorteile Schalmei/Pommer: Größerer Tonumfang, edlerer Klang, Möglichkeiten in der Tonmodulierung
>
> Nachteile Schalmei/Pommer: Rohrblatt ungeschützt, aufwendiger zu erlernen als Rauschpfeifen, höherer Preis.
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> Aber wie Mick schon sagte, alle Instrumente müßen/sollten regelmäßig geübt werden, damit es anständig klingt. Und es ist immer von Vorteil, in manchen Fällen sogar ein Muß, Unterricht zu nehmen.
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> Falls du aus dem Rheinland kommst, kannst du dich gerne bei mir melden, dir die verschiedenen Instrumente anschauen, anfassen und anhören! ;-)
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Re: welches instrument? 6 Jahre 8 Monate her #5

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> Ich danke euch beiden, für die Antworten.
>
> Üben am besten mit einem Lehrer das gilt für alle Instrumente. Das habe ich verstanden. Das Leichteste zu lernende ist eine Rauschpfeife und die klingt dann auch wie Mittelaltermusik. Wie genau klingt so ein Instrument, und wie klingen Schalmei, Chalmeua und Barockoboe. Und warum darf man mit einer Barockoboe kein Palästinalied spielen? Was ist eigentlich ein Krummhorn, hat der Dudelsackbauer Jens Güntzel auch auf seiner Internetseite stehen. Was ist Tonmodulierung, was ist Pommer und was ist Ziehbereich?


Und wer oder was ist eigentlich google?

Im Ernst, Tonbeispiele für so ziemlich alle Instrumente findet man per Videosuche, Die andren Begriffe werden im Netz auch erschöpfend erklärt...

Für dich passend wäre wohl eine Rauschpfeife in A, das ist (mehr oder weniger) die Spielpfeife von den Dudelsäcken, die eben für solche "Mittelalter" Marktmusik verwendet werden. das klingt dann auch so....
Die Noten für dieses Zeug findest du z.B. im Codex Verus...

MfG Björn

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Re: welches instrument? 6 Jahre 8 Monate her #6

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Hi,

Björn hat natürlich recht. Wenn du bei youtube schaust, wirst du einiges finden. Das Instrument der Wahl wird aber wahrscheinlich im Zusammenspiel mit anderenen Instrumenten zu hören. Bei Steffen Fischer gibt es auch Klangbeispiele von Rauschpeifen "pur"! Und bisschen Eigenwerbung muß sein... Auf meiner myspace Seite kannst du eine Barockoboe "pur" hören! ;-)

Ziehbereich heißt, wenn du den Ton greifst und anspielst dieser nicht unbedingt erklingt. Du kannst diesen modulieren (gestalten) und in der Tonhöhe stark beeinflussen!

Krummhörner klingen genial, sind aber sehr leise.

Alaaf,

Marco


> > Ich danke euch beiden, für die Antworten.
> >
> > Üben am besten mit einem Lehrer das gilt für alle Instrumente. Das habe ich verstanden. Das Leichteste zu lernende ist eine Rauschpfeife und die klingt dann auch wie Mittelaltermusik. Wie genau klingt so ein Instrument, und wie klingen Schalmei, Chalmeua und Barockoboe. Und warum darf man mit einer Barockoboe kein Palästinalied spielen? Was ist eigentlich ein Krummhorn, hat der Dudelsackbauer Jens Güntzel auch auf seiner Internetseite stehen. Was ist Tonmodulierung, was ist Pommer und was ist Ziehbereich?
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>
> Und wer oder was ist eigentlich google?
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> Im Ernst, Tonbeispiele für so ziemlich alle Instrumente findet man per Videosuche, Die andren Begriffe werden im Netz auch erschöpfend erklärt...
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> Für dich passend wäre wohl eine Rauschpfeife in A, das ist (mehr oder weniger) die Spielpfeife von den Dudelsäcken, die eben für solche "Mittelalter" Marktmusik verwendet werden. das klingt dann auch so....
> Die Noten für dieses Zeug findest du z.B. im Codex Verus...
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> MfG Björn
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