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THEMA: Rohrblatt - Holz und Plastik

Rohrblatt - Holz und Plastik 6 Jahre 4 Monate her #1

  • Der Kauz
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Hey ihr Leute vom Sackpfeifenclub!
Ich spiele jetzt seid nem halben Jahr meine Schäferpfeife mit einem Plastikrohrblatt und es klingt auch sehr schön und läuft zuverlässig. Kann mir hier jemand sagen, inwiefern sich Plastikrohrblatt und Holzrohrblatt klanglich unterscheiden? Gibt es überhaupt einen nennenswerten Unterschied, oder klingt es sowieso nahezu gleich? Wenn sich jemand damit auskennt, könnte er mir ja ein paar Eigenschaften der einzelnen Reeds nennen, denn ich bin sicher sie unterscheiden sich doch im Klang.. schließlich würde man sonst sowieso immer nur die billigeren aus Plastik nehmen.
Vielen Dank für evtl. Antworten =)
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Re: Rohrblatt - Holz und Plastik 6 Jahre 4 Monate her #2

  • Thomas
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> könnte er mir ja ein paar Eigenschaften der einzelnen Reeds nennen,

Bei den Schotten geht ja die Rede von einem guten Spieler der mit einem Clanrey Competitions gewonnen hat und nach dem Lob über den Klang seines Reeds erst offenbart hat das es ein Kunststoff Redd ist. Das scheint mir aber eine UrbanLegend zu sein da es immer dieselbe Geschichte von und mit verschiedenen Personen ist die seit Jahren kursiert.

Persönlich habe ich in einer Bechonnet lange ein gutes Kunststoffreed von Zielonka gespielt. Der Klang war etwas obertonreicher und ein bisschen knarziger als mit einem Cane Reed in der selben Pfeife. Deutlich zu hören, aber eher anders und nicht schlechter. Solo habe ich das weicher und wärmer klingende Cane gespielt, zum Beispiel im Duo mit der Harfe lieber das Kunststoffblatt ´weil es sich besser mischte. Das Plastereed war auch etwas leiser. Oft scheinen Pfeifen entweder nur mit Cane gut stimmbar zu sein oder nur mit Plaste. Bei meinen Cornemuse du Berry war das extrem.
Eine stimmte nur mit Cane, eine nur mit Plaste.

Ansonsten bleiben bei mir die Reeds meist beim Sack, Dudey mit Kunststoff, UP mit Cane, GHB mit Cane, das ist so meine Lieblingsbestückung.
Bein kleinen mundgeblasenen Säcken ist Kunststoff ein Segen, die werden ja nach einer Weil recht feucht.

Welche Eigenschaften interessieren Dich noch?
Nebend dem Klang (der entscheidend ist) viel mir noch auf das Cane empfindlicher auf Feuchtigkeitsschwankungen ist, Plaste aber empfindlicher auf Temperaturschwankungen.

nur meine Erfahrung, und alles IMHO :-)

Thomas

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Re: Rohrblatt - Holz und Plastik 6 Jahre 4 Monate her #3

  • Thomas
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nachtrag zum Stimmen:
ich habe noch keine Pfeife getroffen bei der man Cane und Plaste tauschen konnte ohne zu Tapen, zu wachsen oder zu rushen. Das scheint nicht einfach zu gehen.
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Re: Rohrblatt - Holz und Plastik 6 Jahre 4 Monate her #4

  • ChrisK
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Hallo zusammen,

in meiner Rogge-Cornemuse de Berry geht beides. Allerdings klingt es einfach anders, wie Thomas schon sagte. Eigentlich bin ich Schilfbefürworter aus Überzeugung, spiele aber gerade Plastik weil ich kein Schilfblatt finde bzw. gebaut bekomme dass nicht etwas dumpf klingt. Stimmen tut beides, aber vom Klang her gefällt mir das Schilf in meinem Dudel gerade überhaupt nicht.

Ich finde dass man Schilf halt flexibler einrichten kann, durch gezieltes schaben, das geht bei Plastik eher weniger. Dafür dauerts dann auch länger, bis das Schilfblatt so intoniert wie man es möchte.

Markus Gäbel hat mal erwähnt dass er Pfeifen anders baut, je nach dem ob für Plastik oder Schilf. Da scheint also je nach Herteller was dran zu sein.

Vor allem aber: Wenn es gerade gut läuft und Dir der Klang gefällt, warum willst Du es dann ändern?

Es gibt jede Menge sehr gute Dudelsackspieler, die auch mit Joghurtbechern tröten :-)
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Re: Rohrblatt - Holz und Plastik 6 Jahre 4 Monate her #5

  • TomasSauer
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  • Beiträge: 226
Meine Rogge-Pichonnet spielt Plastik (Arno Eckhart bzw. Mattis Branschke) und Holz (Mattis bzw. Thorsten Tetz(?)) ohne zu zicken. Generell mag ich den Holz-Klang lieber, Plastik ist halt bei ganz schweren Verhältnissen (extrem hohe oder niedrige Luftfeuchtigkeit) etwas zuverlässiger.
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Re: Rohrblatt - Holz und Plastik 6 Jahre 4 Monate her #6

  • Firunew
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Der für mich wahrnehmbarste Klangunterschied zwischen Holz und Plastik besteht oft in einem Scharren oder Sirren, das bei Plastikblättern zusätzlich zu den Tönen zu hören ist. Dieses Scharren variiert in seiner Stärke zwischen verschiedenen Blättern eines Herstellers und ist neben dem stabilen Druckbereich und guter Intonation ein Zeichen, an dem man gute Blätter erkennen kann - die machen es kaum. Außerdem ist es natürlich von der Konstruktion der Pfeife abhängig. Unkomplizierter in der Handhabung sind sicherlich Plastikrohrblätter, klanglich befriedigend finde ich sie nicht immer, aber ich weiß den Komfort zu schätzen, den sie bieten - auch wenn mich die größere Temperaturempfindlichkeit mittlerweile ziemlich stört. Der Übergang zum Überblasen scheint mir bei Plastikblättern nicht immer so fließend-intuitiv zu funktionieren wie bei Schilf - bei Plastik muss man auch bei ansonsten optimaler Blatteinstellung mal öfter bzw. stärker nachhelfen, als man das bei guten Schilfblättern hinbekommt. Einige Hersteller geben das zu, andere nicht ;)

Also: Auch bei Plastikblättern finde ich es am besten, wenn man bei seinem Hersteller verschiedene ausprobieren und dann erst entscheiden kann, welche(s) man kauft. Wer häufiger mit verschiedenen Temperaturen zu tun hat, sollte vielleicht mal über zwei bis drei Wechselplastikblätter für "ab 25° C", "unter 15° C" und "normal, um 20° C" nachdenken - das relativiert die Stimmungsschwierigkeiten bei Temperaturunterschieden wenigstens ein wenig.

Ich habe bisher noch keine Schilfrohrblätter für mundgeblasenen Schäferpfeifen gefunden, die nicht ab und an der Nachbearbeitung bedurft hätten. Das ist aufgrund der Materialbeschaffenheit des Schilfs und dessen Reaktion auf die Spielfeuchtigkeit wohl normal und zu erwarten, zumindest einmal nach dem Einspielen, oft aber auch häufiger. Wer also Schilf spielen will, kommt um einen Rohrblattbaukurs zum Erlernen des Einrichtens und Nachbearbeitens oder regelmäßigen Kontakt mit seinem Hersteller langfristig nicht herum.

Viele Grüße,

Alex
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