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THEMA: Claus-Dieter Manhardt

Re: Claus-Dieter Manhardt 6 Jahre 1 Woche her #7

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Ich werde skeptisch, wenn ich "Ledersack" und "dauerhaft abgedichtet" in einem Atemzug lese. Der Preis von 260 € macht - ums mal so klar zu sagen - die im Vergleich zum Aufwand der Herstellung eines Hümmelchens ohnehin kaum nennenswerten Preise noch weiter kaputt. Da würde ich nachfragen wollen, wie das kommt, wenn ich mich für den Hersteller interessieren würde.

Viele Grüße,

Alex
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Re: Claus-Dieter Manhardt 6 Jahre 1 Woche her #8

  • TomasSauer
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Naja, es steht da ja AB 260 Euro und mit allen Extras wie Löcher in der Spielpfeife, Rohrblätter etc. kann's dann schon ein wenig teuerer werden :-) Nein, war ein Scherz.
Es ist doch klar, daß Neueinsteiger (wenn sie nicht gerade Mattis sind) in erster Linie versuchen müssen, über den Preis an Kunden zu kommen, das war anfangs bei Alex Tille nicht anders. Auch Nebenerwerbsbauer können ganz anders kalkulieren als Leute, die davon leben müssen. Das ist halt leider so, ob man's nun mag oder nicht.
Natürlich ist es immer ein Risiko, bei einem Instrumentenbauer zu kaufen, von dem es keine Erfahrungsberichte gibt, so daß bei diesen Instrumenten keiner was über die Qualität und deren Streuung oder Lieferzeiten sagen kann. Versuche es und berichte hier oder lass' es bleiben und kaufe bei einem der renommierten Hersteller.
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Re: Claus-Dieter Manhardt 6 Jahre 5 Tage her #9

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Hallo,
da es um mich geht, möchte ich mich dazu auch melden.

Ich spiele und baue seit 4 Jahren Sackpfeifen. Anfangs habe ich verschiedene
Dudel nur für mich gebaut, die ich etwas "anders" bauen musste, da mir ein Finger
der rechten Hand fehlt. Durch Übung und der zunehmenden Beweglichkeit der restlichen Finger war es dann nicht mehr nötig "Besonderheiten" zu bauen, so
das immer mehr Freunde und Bekannte ein Instrument von mir wollten.
Ende September habe ich dann ein Kleingewerbe angemeldet, das ich neben meinem Hauptberuf ausübe. Jedoch ist der Sackpfeifenbau für mich ein
wunderbares Hobby und das wird es auch bleiben, d.h. es wird von mir niemals
Massen von Instrumenten geben da mir der Spass beim Bauen im Vordergrund steht und nicht der schnelle Euro. (Glücklich bin ich aber auch, wenn ich einen Sack verkaufe und etwas Geld verdiene :-)

Natürlich versuche ich immer sauber zu Arbeiten, eine andere Form, eine schöne
Politur ect., ich habe bis auf die Mensuren keinen festgelegten Standart.

@Firunew: Meine Säcke sind Dicht und bleiben es auch bei normaler Behandlung
Erfahrungsgemäß für mindest. 1 Jahr. Danach hat jeder Kunde von mir Anspruch auf eine kostenlose Inspektion. Ansonsten ist es eben auch so wie es Tomas geschrieben hat.

Zu den Preisen:Ich möchte keine Preise kaputtmachen, (Das wäre für mich auf Dauer auch nicht gut), aber wer soll mir als Neuling am Markt z.B 400 euro für ein einfaches Instrument bezahlen!? 260 euro für ein einborduniges Hümmelchen ist für mich völlig ok. "Zubehör" wäre z.B. Schellack 30 eur, Beize 25eur, Zierringe 5 eur/stk. Es stellt sich mir die Frage, ob ein einfaches Hümmelchen mehr als 500 eur kosten darf.
Ich versuche auf gutes Material zu achten, gutes Leder, vernünftiges Garn, feines Holz. Ich verwende reines Leinöl und selbstangemischtes Schellack. Die Wicklungen sind aus gewachstem Hanf. Auch die Rohblätter sind kein Hexenwerk:
Im Bordun ein Standart-PC Reed (leicht angeschliffen) braucht man nicht für teures Geld bei mir kaufen, gibts im Zubehör, langlebig und stabil.
In der Pfeife ein von mir entwickeltes Blatt: Joghurtbecher, leicht konische Hülse, gewachster Hanf, Teflonband.
Auch bei mir (wie bei den meisten anderen) ist es so, daß ich meist auf Bestellung arbeite und nicht immer Verkaufs-Säcke vorrätig habe.
Momentan ist meine Lieferzeit knapp 3 Wochen.

Vielleicht konnte ich hiermit für etwas Klarheit sorgen :-)

Alles Gute für euch und viele Grüsse
Claus

.Ps. @Firunew: Du hast Recht. Ich werde das abändern. Demnächst wird es heissen: Ledersack mit Atmungsaktivem Dichtmittel abgedichtet.
Pps.: wurde geändert :-) Die Homepage ist leider immer noch im Aufbau, ich Arbeite daran, bin aber eben nicht der "Computer-Mensch" ;-)

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Re: Claus-Dieter Manhardt 6 Jahre 5 Tage her #10

  • Firunew
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Hi Claus,

vielen Dank für deine in meinen Augen positive Reaktion! Klingt ja alles sehr vernünftig, und obwohl man sich über den Klang von PC-Rohrblättern in Hümmelchenbordunen sicher streiten könnte ;), bin ich gespannt drauf, bei Gelegenheit eins deiner Instrumente auszuprobieren!

Die Sache mit dem atmungsaktiven Dichtmittel hat sich ja schon aufgeklärt - "wirklich" dauerhaft (nicht atmungsaktiv) abgedichtete Ledersäcke sind für Rohrblätter aller Art in meinen Augen sehr negativ, selbst Plastikblätter beeinträchtigt die sich darauf niederschlagende Feuchtigkeit irgendwann. Deshalb war ich skeptisch; gut, dass das bei dir anders ist. Nachdichten muss man deine Säcke aber schon, oder? :)

Was die Frage der Preisgestaltung angeht: Ich verstehe deine Argumente, bin aber anderer Auffassung. Wer seinen Kunden die gleiche Qualität bieten kann wie "renommierte" Dudelsackbauer braucht sich auch nicht verstecken bzw. unter Marktpreis verkaufen. Qualität setzt sich meines Erachtens durch, und zwar in dem Maße, wie gerade die Vernetztheit der Szene steigt! Wenn du aber die gleiche Qualität bietest wie die Hauptberuflichen, und das für weniger Geld, gräbst du langfristig denen die Existenz und damit der Szene das Weiterentwicklungspotential ab. Denn das geht meistens von denen aus, die sich voll in ihre Aufgabe reinknien können, also den Hauptberuflichen. Das würde ich auf keinen Fall wollen; deswegen würde ich's anders machen und ein Einsteigerinstrument nicht unter 400 € verkaufen.

Viele Grüße, vielleicht trifft man sich irgendwann mal,

Alex
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Re: Claus-Dieter Manhardt 6 Jahre 5 Tage her #11

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Hallo,
Also müssen jetzt alle neuen Bauer ihre Säcke
für mindestens 400 € verkaufen nur weil die Anderen das machen ?
Ich finde gut das jemand endlich mal Einsteigerinstrumente für
weniger Geld baut. Es gibt geigen für 50 und für 5000 €, trozdem verkaufen
sich beide gut. Da ich selber ab und zu mal baue, weiss ich wie schwer
es ist ein Hümmelchen komplett zu bauen. Materialkosten sind um und bei
50 € wenns hoch kommt. Und ein Preis von 400 € schreckt viele der
Leute die Anfangen wollen Dudelsack zu spielen sofort ab.
Als ich angefangen habe zu bauen und jemand ein Instrument von mir wollte,
habe ich teilweise zum REINEN Materialpreis gearbeitet !
Warum ? Weil´s mir spaß macht und ich nicht das große Geld meines
Lebens damit verdienen wollte...
Naja ICH persönlich finds klasse mal Instrumente anzubieten die nicht
ungefähr so viel kosten wie mein Auto...
Soviel von mir,

gruß udo


> Hi Claus,
>
> vielen Dank für deine in meinen Augen positive Reaktion! Klingt ja alles sehr vernünftig, und obwohl man sich über den Klang von PC-Rohrblättern in Hümmelchenbordunen sicher streiten könnte ;), bin ich gespannt drauf, bei Gelegenheit eins deiner Instrumente auszuprobieren!
>
> Die Sache mit dem atmungsaktiven Dichtmittel hat sich ja schon aufgeklärt - "wirklich" dauerhaft (nicht atmungsaktiv) abgedichtete Ledersäcke sind für Rohrblätter aller Art in meinen Augen sehr negativ, selbst Plastikblätter beeinträchtigt die sich darauf niederschlagende Feuchtigkeit irgendwann. Deshalb war ich skeptisch; gut, dass das bei dir anders ist. Nachdichten muss man deine Säcke aber schon, oder? :)
>
> Was die Frage der Preisgestaltung angeht: Ich verstehe deine Argumente, bin aber anderer Auffassung. Wer seinen Kunden die gleiche Qualität bieten kann wie "renommierte" Dudelsackbauer braucht sich auch nicht verstecken bzw. unter Marktpreis verkaufen. Qualität setzt sich meines Erachtens durch, und zwar in dem Maße, wie gerade die Vernetztheit der Szene steigt! Wenn du aber die gleiche Qualität bietest wie die Hauptberuflichen, und das für weniger Geld, gräbst du langfristig denen die Existenz und damit der Szene das Weiterentwicklungspotential ab. Denn das geht meistens von denen aus, die sich voll in ihre Aufgabe reinknien können, also den Hauptberuflichen. Das würde ich auf keinen Fall wollen; deswegen würde ich's anders machen und ein Einsteigerinstrument nicht unter 400 € verkaufen.
>
> Viele Grüße, vielleicht trifft man sich irgendwann mal,
>
> Alex
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Re: Claus-Dieter Manhardt 6 Jahre 5 Tage her #12

  • gowest
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Ich denke das Problem wenn viele den günstigen Preis sehen ist, das manche damit schlechte Erfahrung gemacht haben und dann ein nicht spielbares Instrument hatten. Aber da kann man, so finde ich, nicht alle über einen Kamm scheren.

Nicht immer ist ein Instrument der 1000 Euro kostet gut bzw. zufriedenstellend.Am Preis kann man nicht immer die Qualität sehen. Aber das ist bei allen Artikeln so die es im Handel gibt.

Klar ist, das ein Profi der noch Beschäftigte hat seine Preise höher anlegen als jemand der es alleine oder als Hobby macht. Das gilt auch für Hauptberufliche Bauer.

Wobei mir nicht klar ist das man vom Dudelsackbau genügend verdienen kann, dass nach Abzug von Steuern und Gewerbe noch genügend zum Futtern übrig bleibt.

Klar ist auch , das man bei Instrumenten ab 1000 Euro nur eine gewisse Sparte von Kunden erreicht, nämlich die nicht auf den Preis so sehr schauen müssen.

Ein Bauer der seine Preise niedriger Ansetzt, wird auch diese Kunden ansprechen die gern ein gutes Instrument haben wollen, aber halt nicht mal so einfach 1000 Euro locker machen können.

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