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THEMA: Vorteile von Griffweisen

Vorteile von Griffweisen 5 Jahre 11 Monate her #1

  • Hugi
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Hallo liebe Gemeinde

Ich spiele jetzt seit einiger Zeit Uilleann-Pipes und Marktsackpfeife. Die französische halbgeschlossene Griffweise kann ich zwar auch spielen, beherrsche sie aber noch bei weitem nicht.
Nun lasse ich mir einen neuen Marktsack bauen und überlege mir, diesen mit französischer Griffweise zu bestellen. Dabei stellt sich mir aber die Frage, welche Vorteile (und Nachteile) diese Griffweise mit sich bringt, schliesslich wurde sie ja nicht ohne Grund entwickelt. Wenn es lediglich um die Halbtöne geht, die bekomme ich auch auf der offenen Griffweise hin.
Hat jemand Erfahrungen mit den beiden Griffweisen? Ich bin für jeden Input dankbar.

Schonmal danke im Voraus:
Hugi
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Re: Vorteile von Griffweisen 5 Jahre 11 Monate her #2

  • mick
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Der m. E. wichtigste Vorteil der französischen Griffweise ist, dass Du Dur und Moll auf demselben Grundton hast, was beim Marktsack (wie auch bei Uilleann Pipes) wenn überhaupt, nur mit großen Schwierigkeiten geht.
Zum anderen lassen sich wirkungsvolle Techniken (Rappels, die gesamte Bandbreite schottischer Techniken, und vieles mehr - letztlich alles, was über tiefe Vorschläge läuft) mit geringem fingerakrobatischem Aufwand spielen.

Nachteile der französischen Griffweise - fallen mir keine ein.
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Re: Vorteile von Griffweisen 5 Jahre 11 Monate her #3

  • Eleah
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> Der m. E. wichtigste Vorteil der französischen Griffweise ist, dass Du Dur und Moll auf demselben Grundton hast, was beim Marktsack (wie auch bei Uilleann Pipes) wenn überhaupt, nur mit großen Schwierigkeiten geht.
> Zum anderen lassen sich wirkungsvolle Techniken (Rappels, die gesamte Bandbreite schottischer Techniken, und vieles mehr - letztlich alles, was über tiefe Vorschläge läuft) mit geringem fingerakrobatischem Aufwand spielen.
>
> Nachteile der französischen Griffweise - fallen mir keine ein.

Diese Vorteile hat man doch eigentlich auch bei der schottischen Griffweise. (Bitte aufklären wenn ich total falsch liege, bin Anfängerschottin) Man hat zum einen die mixolydische Tonleiter A H Cis^D E Fis^g a, mit zwei Gabelgriffen ist aber auch a-Moll, also A H^C D E^F g a möglich. Das F auf dem Schotten passt aber bei mir nur, wenn das Reed gut eingestellt ist. Auf jeden Fall spiele ich ganz gerne ein paar Stücke auf dem Schotten, die eigentlich auf das a-Moll des Marktsackes passen, ohne dass es allzu schlimm klingt.

Liebe Grüsse

Eleah
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Re: Vorteile von Griffweisen 5 Jahre 11 Monate her #4

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@Eleah: Die Möglichkeit, gleichzeitig große und kleine Terz auf dem Grundton sauber spielen zu können, also in Dur und Moll spielen zu können, gibt's beim Schotten nicht in der Form. A-Dur geht - vereinfacht gesagt - nicht. Also: verschiedene Möglichkeiten bei französischer und schottischer halbgeschlossene Griffweise, u.a. mangels zweitem Daumenloch beim Schotten - von Fragen der anderen Intonation mal ganz abgesehen...

Viele Grüße,

Alex

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Re: Vorteile von Griffweisen 5 Jahre 11 Monate her #5

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Die schottische Griffweise ist der französischen prinzipiell sehr ähnlich, nur dass bei der traditionellen schottischen Griff- und Spielweise die Töne F nat und C nat nicht vorgesehen sind - sie funktionieren nicht bei allen Chantern, nicht mit allen Reeds und kommen in traditionellen Stücken nicht vor. Erst vor ca. 25 Jahren haben Gordon Duncan, Fred Morrison, Robert Mathieson und andere erstmals diese Töne eingeführt (und wurden dafür teilweise heftig angefeindet). Traditionelle schottische Moll-Tunes liegen auf der Sekunde (also H-Moll), was mit den A-Drones einen zwar interessanten, aber doch stark gewöhnungsbedürftigen Effekt ergibt.
Die Töne Es und G# sind nicht spielbar, durch das fehlende G# hat man keine echte Dur-Tonleiter.
Dann kommt hinzu, dass das A der heutigen Schottensäcke tatsächlich irgendwo zwischen B und H steht und sich somit das Zusamnmenspiel mit anderen Melodieinstrumenten etwas schwierig gestaltet.

Edit: Firunew war schneller...
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Re: Vorteile von Griffweisen 5 Jahre 11 Monate her #6

  • Eleah
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> Die schottische Griffweise ist der französischen prinzipiell sehr ähnlich, nur dass bei der traditionellen schottischen Griff- und Spielweise die Töne F nat und C nat nicht vorgesehen sind - sie funktionieren nicht bei allen Chantern, nicht mit allen Reeds und kommen in traditionellen Stücken nicht vor. Erst vor ca. 25 Jahren haben Gordon Duncan, Fred Morrison, Robert Mathieson und andere erstmals diese Töne eingeführt (und wurden dafür teilweise heftig angefeindet). Traditionelle schottische Moll-Tunes liegen auf der Sekunde (also H-Moll), was mit den A-Drones einen zwar interessanten, aber doch stark gewöhnungsbedürftigen Effekt ergibt.
> Die Töne Es und G# sind nicht spielbar, durch das fehlende G# hat man keine echte Dur-Tonleiter.
> Dann kommt hinzu, dass das A der heutigen Schottensäcke tatsächlich irgendwo zwischen B und H steht und sich somit das Zusamnmenspiel mit anderen Melodieinstrumenten etwas schwierig gestaltet.
>
> Edit: Firunew war schneller...
>
Danke für die Antworten. Also, dass a-Dur auf dem Schotten nicht geht, ist mir klar. Aber nebst der traditionellen Tonleiter ist auf dem Schotten, mit passendem Chanter und Reed auch a-Moll möglich, (mit F und C) man hat also auch zwei verschiedene Tonleitern auf dem selben Grundton, nur nicht Dur und Moll wie bei der französischen Griffweise, sondern Mixolydisch und Moll. Und ja, das schottische A ist in Wirklichkeit wohl eher ein B.

Liebe Grüsse

Eleah
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