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THEMA: Great Highland Bagpipe // Kauf

Aw: Great Highland Bagpipe // Kauf 5 Jahre 3 Monate her #7

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Ohje, Mick. Meine Ohren.

Zum Thema. Ich spiel selbst keine GHB, wenn ich auch die gängigen Techniken seit längerem übe, aber ich meine eins über die zugehörige Musik zu wissen: Sie ist starr und bietet wenig Variationsmöglichkeit.

Andere Dudelsacktraditionen, die meist der lokalen Volksmusik zugehörig sind, kennen beim Spielen von Musik weniger "richtig" oder "falsch", sondern "klingt gut/macht Laune" versus "ist langweilig/lebt nicht". Wenn du dann drauflosspielst, ohne Ahnung von der Musik zu haben, ist die Gefahr groß, daß Versierte das öde finden. Bei der GHB ist es wirklich so, daß es ein Richtig und ein Falsch gibt. Wenn du die Stücke nicht so spielst, wie sie notiert sind - und Notenkenntnis ist erforderlich - spielst du schlichtweg Blödsinn. Das kann dir als Einzelperson egal sein, und einem Laienpublikum wird's das auch sein - aber Leute mit Ahnung, naja.

Davon abgesehen ist die Struktur der GHB-Stücke ja mit Bedacht so, wie sie ist, und macht die Musik erst lebendig... womit wir wieder am Anfang wären: du mußt wissen, wie die für das Instrument typische Musik gespielt wird. Sonst gehst du Kundigen auf die Nerven und erreichst Unkundige viel weniger, als wenn du - ausgestattet mit fundiertem Wissen - die Musik spielst, wie sie klingen soll. Ich weiß nicht, ob du nur auf das Instrument an sich abfährst oder auch auf die zugehörige Musik, aber wenn du schottische Musik machen willst, mußt du ihre Regeln kennen. Und wenn du keine schottische Musik drauf machen willst, gibt es weniger physisch anspruchsvolle Dudelsäcke als die GHB, die sogar noch mehr Möglichkeiten bieten.

Okay, du willst nur für dich spielen, nicht vor Publikum. Auch dann kauf dir bitte nicht sofort eine GHB, denn: du wirst dir keine Freude machen, wenn du falsch an die Sache rangehst. Hat Mick ja schon gesagt. Du wirst keinen Ton rauskriegen, ein komisches, immer wieder verstummendes Brummen erzeugen und dich sinnlos plagen, bis du die Schnauze voll hast. Streß wirst du dir machen, nicht vergessen. Ganz unabhängig von der Spieltechnik sind diese Dudelsäcke körperlich fordernd, und allein sie am Laufen zu halten, braucht Training. Ein Lehrer wird dir zeigen, wie du diese Phase so schnell wie möglich hinter dich bringst. Lernen, den Druck zu halten, ist der langweiligste Teil, und wenn man das für sich selbst versucht, kann das ganz schön ätzend lange dauern, bis man's mal kann.

Auch ich will dir dieses tolle Instrument keineswegs ausreden, nur noch ne andere Meinung dazugeben. Wenn du wirklich keinen Unterricht willst, gibt's auch einige Webseiten, die das Elementare erklären, aber du lernst leichter, schneller, streßfreier mit nem Lehrer. Und klingst dann viel besser. Und gut klingen willst du, auch wenns nur für dich selbst ist.
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Aw: Great Highland Bagpipe // Kauf 5 Jahre 3 Monate her #8

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Hallo Rovadorion,

ehrlich gesagt werde ich von allen Seiten in letzter Zeit nur genervt in Hinsicht Great Highland Bagpipe. Das macht es mir schwer weiter darüber nachzudenken, vor allem weil jeder meint ich müsse einen Lehrer anheuern und mit einem Practice Chanter üben. Jeder geht davon aus, dass ich keinerlei Erfahrung mit Dudelsäcken habe, was nicht der Fall ist. Meine Hauptfrage zurzeit ist jedoch noch offen : Was an der Highland Bagpipe ist so schwierig ? Der Druck, den der Sack benötigt oder etwa das Volumen, welches aufgepustet werden muss ? Die Techniken, die nötig sind, um "richtig" zu spielen ? (Wobei ich der Meinung bin, beim Musizieren gibt es kein "richtig" oder "falsch", es sei denn man spielt Melodien nach)

Ich sage keineswegs, dass das Lernen der Beherrschung dieses Instruments einfach ist, oder einfacher als bei anderen Dudelsäcken, aber es wird wohl nicht so schwierig sein, wie die Weltherrschaft an mich zu reißen oder ?

Diese Übertreibung geht mir an die Nieren und haben mein Interesse an diesem wunderschönen Instrument stark verringert. Aber deine Meinung über die zugehörige Musik hat mir auch einiges klar werden lassen : Wenn sie wirklich so einheitlich, starr und kaum Variationsmöglichkeiten bietet, was will ich dann damit. Ich bin kein Mitläufer, ich möchte meine Person hervorheben, etwas besitzen und beherrschen, was mich einzigartig macht, nein ich möchte keine Aufmerksamkeit erregen. Ich möchte ein natürliches, geschichtliches Instrument haben, welches mir das Gefühl gibt frei zu sein und mich der Vergangenheit etwas näher bringt. Da ich mir bereits einige Meinungen angehört habe und es fast immer die gleichen sind, kann ich dieses Thema hier abschließen und Herrn Mick sagen, dass er sich keine Sorgen mehr darüber machen muss, dass eine ungeübte Person ohne Lehrer sich über ein geschichtlich wertvolles und wunderbares Instrument hermacht.

Ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass man sich so ein Instrument nicht anschafft, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben und sich die Frage gestellt zu haben : "Warum willst du dir gerade eine GHB zulegen ?"

Tja, das werd' ich jetzt wohl nicht mehr.

Ich danke dir dennoch für deine Antwort, weil ich mit dieser jetzt endlich mal etwas anfangen konnte. :)
Ich wünsche dir weiterhin einen schönen Tag,

Nini
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Aw: Great Highland Bagpipe // Kauf 5 Jahre 3 Monate her #9

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Die GHB fordert in zwei Hinsichten mehr Disziplin und stures Lernen als andere Dudelsacktypen, meine ich.

Zum einen ist es die physische Seite, die schon angesprochen wurde. Bis überhaupt mal ein Ton aus dem Chanter kommt, wird Zeit vergehen - man kann sich einfach nicht eine GHB kaufen und lospusten. Es heißt nun mal: zuerst nur mit einem Bordun üben und ihn stabil halten, danach nur versuchen, einen Dauerton aus der Spielpfeife zu kriegen, dann langsam Tonleitern spielen, dann die Bordune dazu.

Wofür brauchst du da einen Lehrer? Der zeigt dir, wie der Sack richtig gehalten wird, er kann das Rohrblatt deiner Spielpfeife bearbeiten, wenns dir wirklich zu hart sein sollte, er kann dir bei Problemen mit dem Instrument (Sack undicht? Rohrblatt beschädigt? Wicklung ungut?) zur Seite stehen. Und wofür brauchst du einen Practice Chanter? Der trainiert deine Wangenmuskulatur. Ohne Übung für diese wirst du nach fünf Minuten nur noch unkontrolliert Luft neben das Anblasrohr pusten. Wenn du aber schon ein halbes Jahr mit dem PC geübt hast, gibts dieses Problem nicht mehr oder weniger stark.

Punkt 2, die Techniken. Die muß man Schritt für Schritt, anfänglich sehr langsam und gründlich erlernen und später wissen, wie man sie rhythmisch korrekt in Stücke einfügt. Besonders fortgeschrittene Techniken sind von den Bewegungsabläufen her recht komplex. Du beginnst mit einfachen Verzierungsnoten, die drei wichtigsten sind die durch oberen Zeigefinger, unteren Zeigefinger und oberen Ringfinger ausgeführten (sogenanntes GDE), und im Lauf der Zeit werden daraus kompliziertere Folgen.

Lehrer? Practice Chanter? Ersteres, damit dir die korrekte Fingerhaltung, die richtige Ausführung und (am wichtigsten) die richtige rhythmische Umsetzung gezeigt wird - besonderes Letzteres hat mir lange Probleme gemacht, weil ich mir das alles selber angelesen hab. Weiterhin wird ein Lehrer dich in der richtigen Reihenfolge an die Techniken ranführen und dir erst die einfachen beibringen. Lernst du für dich allein, kann es sein, daß dich die komplexeren Dinger gleich zu Anfang frustrieren, obwohl sie eingentlich - in ihre Bestandteile zerlegt - nicht schwierig sind. Der PC, das hatten wir schon, erlaubt dir das ungestörte, kraftsparende und die Ohren deiner Umwelt schonende Üben dieser Bewegungsabläufe. Wenn du das ein halbes Jahr machst und dann deine Pipe bekommst, mußt du nur noch ein wenig Konditionsübungen machen und dich an die veränderten Verhältnisse gewöhnen - und dann geht das Spielen auch schon los. Hier greift wieder die generelle Regel, die Mick schon genannt hat: je solider die Basis, desto höher kann man später bauen. Oder anders gesagt: je langsamer und gründlicher man etwas übt, desto schneller und sicherer kann man's später.

Aus dem Korsett der notierten Stücke und dem militärisch festgelegten Spiel, das typisch für die GHB ist, kannst du immer noch ausbrechen, wenn du einige Erfahrung gesammelt hast. Es gibt im schottischen Bereich genug Leute, die das getan haben und tun. Aber all denen ist gemein, daß sie erst all das Übliche gut gelernt haben und firm in dem sind, was auf dem Instrument "sich gehört". Hast du das drauf, wirst du auch wissen, wie man die Regeln brechen und immer noch gut klingen kann.

Wenn du jetzt trotzdem von der GHB abgeschreckt bist, aber dennoch Spaß an schottischer Musik hast, gibt's noch einige Möglichkeiten mehr. Was immer in Frage kommt, ist eine Schäferpfeife in französischer Griffweise. Dies sind enorm vielseitige Dudelsäcke, mit denen das meiste des schottischen Repertoires - wenn nicht gar alles - umsetzbar ist, zusätzlich zu französischer Tanzmusik und sogar der Mittelaltermarktmusik, wenn du das willst. Der Spieldruck und die Lautstärke dieser Instrumente ist viel geringer als der einer GHB, es gibt kein starres Spielweisenkorsett und einen PC brauchst du auch nicht. Un das Beste an den Teilen: sie sind überblasbar, haben also volle vier Töne mehr zur Verfügung als die GHB, und die meisten Halbtöne dazwischen können sie auch noch. In die Richtung könntest du dich mal informieren. Dafür gibts auch immer wieder Spielkurse und Workshops, und auch zum Zusammenspiel mit anderen Instrumenten eignen sie sich gut.

Okay, genug gelabert. Laß dich nicht entmutigen. Mick und ich wollen dich sicher nicht vom Dudelsackspiel verjagen, aber die Schotten sind eben ein wenig starrer in ihren Ansichten als andere Dudelsacktraditionen. Geht nur darum, daß du dir selbst keinen Frust machst beim Lernen.

Schöne Grüße =)

David
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Aw: Great Highland Bagpipe // Kauf 5 Jahre 3 Monate her #10

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Nini schrieb:
Was an der Highland Bagpipe ist so schwierig ? Der Druck, den der Sack benötigt oder etwa das Volumen, welches aufgepustet werden muss ? Die Techniken, die nötig sind, um "richtig" zu spielen ?
Genau all dies - in umgekehrter Reihenfolge.
Nini schrieb:
aber es wird wohl nicht so schwierig sein, wie die Weltherrschaft an mich zu reißen oder ?
Natürlich nicht, das habe ich auch nie behauptet - ich dachte, ich hätte deutlich gemacht, dass es sehr viele Menschen gibt, die es erfolgreich gelernt haben.
Nini schrieb:
Diese Übertreibung geht mir an die Nieren und haben mein Interesse an diesem wunderschönen Instrument stark verringert.... Da ich mir bereits einige Meinungen angehört habe und es fast immer die gleichen sind, kann ich dieses Thema hier abschließen und Herrn Mick sagen, dass er sich keine Sorgen mehr darüber machen muss, dass eine ungeübte Person ohne Lehrer sich über ein geschichtlich wertvolles und wunderbares Instrument hermacht.
Wenn sich alle Meinungen, die Du gehört hast, decken, dann solltest Du darüber nachdenken, ob das wirklich alles so stark übertrieben ist.
Dem Herrn Mick ist es völlig wurscht, wer sich an was für ein Instrument heranmacht, er ist lediglich bemüht, durch gezielte Informationen den typischen Anfängerfrust vermeiden zu helfen - schade, dass es in Deinem Fall so völlig missverstanden wurde. Leider hast Du jeden gutgemeinten Ratschlag als Angriff auf Deine freie Persönlichkeitsentfaltung gewertet.
Wenn Du ein "geschichtlich wertvolles" Instrument spielen willst, um der "Vergangenheit näher" zu sein, ist es sinnvoll, sich an der Tradition zu orientieren, und zur Tradition gehört natürlich auch die überlieferte Spieltechnik.Nini schrieb:
Tja, das werd' ich jetzt wohl nicht mehr.
Das lag nie in meiner Absicht, ich habe auch nie etwas in der Art geschrieben, dass Du nicht spielen sollst. Ich habe lediglich Argumente aufgeführt, die für qualifizierten Unterricht sprechen, das ist bei jedem anderen Instrument auch so. Was bringt Dich zu der Annahme, GHB sei soviel einfacher als jedes andere Instrument, dass es jeder in kurzer Zeit alleine erlernen kann?
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Aw: Great Highland Bagpipe // Kauf 5 Jahre 3 Monate her #11

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Zum Thema Regel brechen und was anders Probieren fallen mir spontan "Dropkick Murphys" und "Pipes und Pints" ein die sind nicht an die "starren" Schottischen Spielweisen gebunden aaber auch die werden wohl nicht drumrumgekommen sein ein solides "Fundament" zu bauen.
Mein Senf dazu ohne ein bischen Ahnung vom GHB zu haben und selber erst ein Anfänger in Sachen Dudelsack :)

Ich finde Dudelsack aber ein schönes Instrument und es macht mir Spaß ihn zu spielen.

Gruß
Der Marc
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Aw: Great Highland Bagpipe // Kauf 5 Jahre 3 Monate her #12

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Interessant wie naiv man sein kann.

Kanns kaum glauben wie du, Nini, hier mit Samthandschuhen angefasst wirst, und dann dennoch den Herren, die dir sehr fundierte (und schon hundertmal durchgekaute) Hinweise gegeben haben, vorwirfst, sie hätten dir die Lust am Instrument vergällt.

Was erwartest du? Einerseits willst du wissen welcher Hersteller dir ein gutes individuelles Instrument bauen kann, und dann jammerst du weil deine naive Sicht (Noten sind nicht so wichtig, ich spiele was ich fühle bla bla bla) ein klein wenig "kritisiert" wird.m

Aber ich will ja konstruktiv sein:
Für deine Zwecke könnte ein sogenannter Dudelsack aus Pakistan, die häufig auf Ebay zu finden sind, ausreichend sein. Die werden seeehr individuell angefertigt. (soll heißen die pfeifen auf die richtige Mensur, korrekt eingestellte Rohrblätter und brauchbares Holz usw...) und kosten so um die 350 Euro. Gib einfach bei Ebay ein: Original schottischer Dudelsack, neu.
Da du eh sehr individuell spielen willst solltes du mit den Mängeln leben können. Aber bitte, komm nicht auf einen Dudelsackworkshop und erwarte dass dein "Instrument" dir von den Referenten hergerichtet wird. Das soll dann dein Freund machen.
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