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THEMA: Behälter und Modifikationen "Wanderhümmelchen"

Behälter und Modifikationen "Wanderhümmelchen" 3 Jahre 7 Monate her #1

  • alter Sack
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Ich hab mir für draussen und unterwegs was für mein Feld-Wald-und-Wiesen Rosshümmelchen gebastelt, vielleicht mag´s der ein oder andere nachbauen. Kostenpunkt so um die 20 Euronen.

Da ich gerne zu Fuss und mit dem Motorrad unterwegs bin, jetzt aber das Hümmelchen als ständigen Begleiter dabei haben möchte brauch ich was stosststabiles und spritzwasserdichtes, allerdings nichts raumfressenes und bleiernes.
Hilft nur Eigenbau, ist auch gar nicht so schwer.
Man verzeihe mir etwas meine Grobmotorik, aber das Behältnis des Wanderhümmels soll keine fremden Begehrlichkeiten wecken, ist deshalb auch mehr "grobschlächtig" gebaut... ;)

Erst mal hab ich mein Rosshümmel "entklappert", die bei jeder Bewegung rumklickernden Bordunstöpsel nerven mich doch leicht...



...einfach aus einem dicken Filz zwei Scheiben, etwas grösser im Radius als die Stöpsel geschnitten, mit einer Gürtelzange ein kleines Loch in die Mitte gestanzt - voila, Ruh is, nun stösst nur noch der Filz an die Bordunen (hat noch `nen anderen Zweck, dazu später ;) )



Als zweites hab ich mir noch die Bordunen "entschlackert", durch die halbgeschlossene Spielpfeife brauchte ich die (optional erhältlichen) Zwischenstücke für die stimmigen Borduntöne (ich hab beide verbaut - der lange Bordun auf C, der kurze mit dem kleineren Zwischenstück auf Quintabstand G, schöner Klang, echt) - dadurch bampeln die kopflastigen Teile aber recht umhübsch rum, also einfach mit `nem dickeren Haargummi die Bordunen so befestigt, dass sie wie bei der Schäferpfeife im aufgeblasenen Zustand stabil nach vorne ragen und ich niemanem neben mir stehenden unbeabsichtigt die Teile vor´s Horn haue... :unsure:


Transportbehälter, so sieht`s Endprodukt aus:



Trageschlaufe "multifunktional" -



Erst mal ab in den Baumarkt:
Genommen hab ich `nen Abluftschacht aus der Sanitärabteilung, hat genau 13cm Durchmesser und ist 1m lang. Dafür gibt´s leider keine passenden dichtschliessenden Deckel (wär für Abluft auch eher kontraproduktiv :lol: ), da bin ich dann beim Abwasser fündig geworden, die Deckel passen haargenau ;)
Anmerkung: Die Abwasserrohre selbst sind ungeeignet, erst mal höllisch dickwandig und somit bleischwer, auch passen die Kappen nur auf einer Seite, und zwar auf der mit der Gummidichtung - die andere Seite hat genau den Durchmesser des Kappeninnenrings - witzlos also.



Jetzt kömmt`s Gewichtstuning: Erst mal das Rohr auf die benötigten 65cm gekürzt, dann eine Kappe von allzuviel Ballast befreit und mit Sekundenkleber in eine Rohrseite einklebt...logischerweise vorher alle Grate sauber mit feinem Schleifpapier entfernen.



Jetzt hab ich mir für oben und unten entsprechende Filzstücke zurechtgeschnitten, nur die Seitenstücke des Deckels sind mit doppelseitigem Teppichklebeband fixiert, die runden Scheiben lassen sich kleberlos oben und unten einklemmen - einfach mit`nem Bleistift den inneren Ring auf den Filz übertragen und ausschneiden, durch den etwas grösseren Umfang klemmt das dann später sauber drin und lässt sich zu Reinigungszwecken problemlos entnehmen.



Optisches Tuning: Eigentlich wär das Ding somit fast fertig, sieht nur blöde aus.
Daher Klebefolie besorgt: Hell, damit sich`s nicht so aufheitzt (sollte eh sonnengeschützt sein, weiss ich) und gleichzeitig irgendwie strukturiert, damit man nicht jeden Dreckfleck oder Detschen sofort sieht.
Ca. 5cm länger lassen weil...



...nach dem (hoffentlich) erfolgreichen Bekleben ddas obere Ende in kurzen Abständen einschneiden und nach innen kleben, hat zwei Funktionen: Erst mal ein optisch ansprechender Rand - und durch die Klebefoile der Innenseite (Durchmesserverengung) hällt der Deckel einfach besser ;)
Mit dem Deckel bin ich genau so verfahren, nur hab ich die innere Seitenwandung unbeklebt gelassen, weil`s sonst einfach zu eng wird.
Unten hab ich´s bündig abgeschnitten, Rohr wie eingeklebtes Unterteil.



Zu guter Letzt die Löcher gebohrt: Damit`s sauber steht dicht über dem Boden seitlich, durch den Rand der unteren Kappe durchbohren, das Trageseil von aussen durchstecken und innen mit `nem Knoten sichern, oben das zweite Loch dicht unter`m Deckel durch die Wandung bohren und von aussen nach innen durchfädeln.
Das Ende dann seitlich durch den Deckel, weil...



...sollte sich relativ leicht durch die Seitenwand ziehen lassen.
Erstmal kann man ihn so nicht verlieren, dann flackt der (je nach Länge des Tragseils nicht im Dreck rum (bei mir "schwebt" der dicht über`n Boden) und vor allen Dingen nimmt der dickere Deckel die Zuglast auf.



Die Innenwandung bleibt unverkleidet, ich will´s Hümmelchen ja auch wieder raus bekommen, bedeutet es muss rutschen
Für den sicheren Transport jetzt einfach ein Stück schaumstoffige Wasserleitungsisolierung über die Spielpfeife und rein damit...



...hier sieht man jetzt auch den zweiten Nutzen der selbstgeschnitzten Bordunstöpselentklapperer: Die Bordunstöpsel durchstecken und schon können die Bordunen nicht mehr an der Wandung scheuern.

Das war`s.
Völlig klar: in geschlossenem Zustand sollte das Teil nur für den Transport genommen werden, nach dem Spiel gehört der Sack ordentlich gelüftet, die Feuchtigkeit muss einfach raus. Wenn man das längere Zeit so lagern will, unbedingt den Deckel offen lassen.
Ach ja: Gewicht mit Instrument und etwas Reparaturzeugs unter 2 kg.
Optimal auch zum Versenden, das Hümmel sitzt fest und sicher.

Gruss
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Aw: Behälter und Modifikationen "Wanderhümmelchen" 3 Jahre 7 Monate her #2

  • Patrick
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Ob grobschlächtig oder nicht, Hauptsaches es erfüllt seinen Zweck, gelle ;)

Wenn Du sowas dann mal in schick haben willst: Ich habe mal jemanden getroffen, der transportierte sein Hümmelchen in ebensolchem Köcher, bloß aus stabilem Leder. Sah echt klasse aus, kostet aber natürlich ganz anders :P

Meine schwedische Säckpipa paßt in die Innentasche meiner Jacke, und für meine Großsäcke habe ich mir eine Holzkiste gezimmert.

Gruß
Patrick
Letzte Änderung: 3 Jahre 7 Monate her von Patrick.
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Aw: Behälter und Modifikationen "Wanderhümmelchen" 3 Jahre 7 Monate her #3

  • stephan
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Hallo, Alter Sack!

Zuerst mal, willkommen im Club!
Du hast Dich mit der umfangreichen bebilderten Anleitung ja gleich ganz gut eingeführt, dafür vielen Dank. Wenn Du Dich mit ähnlichem Elan ans Spielenlernen machst, dann sehe ich da keine großen Schwierigkeiten für Dich. Du wirst das meistern!

In diesem Sinne viel Spaß beim Pfeifen und immer genügend Luft im Sack wünscht
Stephan der Pfeifer
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Aw: Behälter und Modifikationen "Wanderhümmelchen" 3 Jahre 7 Monate her #4

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Sodele, jetzt ist auch meine Schäferpfeife da - und siehe, passt gerollt vom Durchmesser sogar, hätt ich nie gedacht -- Klebefolie und Seil hatt ich noch ausreichend da, also noch mal `nen 125er Abluftschacht und zwei Abwasserstopfen besorgt...



...und nach `ner Stunde Fummelei hat der kleine Bruder `ne grosse Schwester zur Seite :)




Passt, bis auf den zu breiten Püsterich, alles rein...




...sogar die zweite Spielpfeife findet Platz - natürlich gut in Warmwasserleitungsisolierung gehüllt ;)

Abluftschacht bekommt man nur in 1m Länge, da komme ich bei meinem Teil mit zusammengeschobenen Bordunen genau hin. Vorher also besser die Instrumentenlänge genau ausmessen.
Seltsamerweise passen bei den 125er Abluftschächten die Abwasserdeckel haargenau, bei den etwas breiteren 150er Schächten die entsprechenden Deckel dagegen überhaupt nicht.

Gruss
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