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THEMA: Re: Totaler Frust, da zuwenig Puste

Re: Totaler Frust, da zuwenig Puste 7 Jahre 3 Monate her #13

  • jörg09
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Danke für das Kompliment, Hanterdro. Ein Instrumentenbauer könnte hier viel viel besser die Fragen beantworten. Ich sollte auch über das Einspielen des Reeds schreiben, die auch sehr wichtig wäre, und für den Anfänger als auch dem alten Hasen sehr dienlich sein kann.

Es betrifft Chanter-Cane-Reed: Nach dem Kauf/Erhalt eines neuen Reeds, soll es nicht geschliffen/geschabt und nicht gewässert werden. Das Reed soll auch nicht mit den Finger bei den Blättern oder sonst wo gedrückt werden. Bruchgefahr!

Es wird in den Chanter gesteckt, das Reed im Mund paar Mal lang anhauchen, so bekommt das Blatt langsam die Feuchtigkeit zugeführt. Dann ersten Ton solange man blasen kann anspielen, (bei Bedarf) kurz absetzen (2-5 Sek.), langsam Luft holen, den nächsten Ton anblasen, wieder (bei Bedarf) kurz absetzen, langsam Luft holen und so immer weiter. Und die Tonleiter wieder zurück bis zum tiefstem Ton. Das macht man ein paar Mal, die Tonleiter rauf und runter. Danach das Reed in ein kräftiges Kartonschächtelchen mit ausgepolstertem Taschentuch hineinlegen. Das ist die Reedbox. Das Einblasen geschieht jeden Tag, vierzehn Tage lang. Am Schluss wird das Reed viel leichter losgehen. Dann kann das Reed im Bag bereits weitergespielt werden, eine Viertelstunde täglich wäre ideal und immer nach dem Spielen das Chanter-Reed in die Reeedbox hineingeben. Nach insgesamt vier Wochen ist das Blatt für einen Auftritt schon recht gut eingeblasen und kann benutzt werden.

Durch diese Methode des langsamens Einspielens/Einblasens des neuen Reeds erhält man ein Reed, die für eine lange Zeit ihren Dienst tut. Der Spieldruck ist dann nicht mehr so hoch wie am Anfang. Es gibt Piper, die spielen über zwei Jahre so ein, am Anfang langsam eingespieltes, Reed.

Alternativ kann auch ein Reedprotector mit Lüftlungsloch (ca. 3 mm Durchmesser) statt dem Reedbox verwendet werden, aber vorher schauen, ob das Blatt im Protector nicht zum Schimmeln anfängt. Wenn schimmelt, dann ist das Belüftlungsloch zu klein.

Wem das Chanter-Reed in der Pipe noch immer zu schwer fällt zu spielen, kann jetzt auch schaben/schleifen, aber am besten mit Hilfe eines erfahrenen Pipers! Nur sehr sehr wenig schleifen oder schaben, am besten nur jeweils einmal pro Blatthälfte die Klinge runterziehen und gleich in der Pipe ausprobieren! Besser ist überhaupt auf das (Selber-)Schaben/Schleifen zu verzichten.

Hoffe, hier weitergeholfen zu haben und es gibt sicherlich auch andere Wege.

Die Schnellmethode, sprich Reed 2-3 Sek.wässern, 1 Minute spielen und eventuell. mit Finger Blätter leicht zusammendrücken beschert kurzlebige Reeds!!

Das hier Geschriebene stammt aus anderen Quellen und habe versucht, so gut ich konnte, wiederzugeben.
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Re: Totaler Frust, da zuwenig Puste 7 Jahre 3 Monate her #14

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Moin,

interessant, hier etwas über den Umgang der Schotten mit ihren Reeds zu lesen. Für meine Zwecke (d.h. in Franzosen/Schäferpfeifen) reichte allerdings bisher das Einspielen über ein paar Wochen ohne festgelegte Dauer, Reedcase oder ähnliche Hilfsmittel voll aus.

Allerdings halte ich Rubikons Frage nach wie vor für nicht beantwortet. Hanterdro und Jörg09, ihr unterstellt, dass die Schottenblätter für Mittelaltersäcke noch eingeschliffen werden. Das ist aber gar nicht notwendigerweise der Fall und wurde von Rubikon auch nicht erwähnt. Und natürlich entspricht dann der Spieldruck der MA-Sackpfeife dem einer GHB, wobei das Einspielen ähnliche Effekte auf das Blatt haben dürfte.

Viele Grüße,

Alex
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Re: Totaler Frust, da zuwenig Puste 7 Jahre 3 Monate her #15

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> Moin,
>
> interessant, hier etwas über den Umgang der Schotten mit ihren Reeds zu lesen. Für meine Zwecke (d.h. in Franzosen/Schäferpfeifen) reichte allerdings bisher das Einspielen über ein paar Wochen ohne festgelegte Dauer, Reedcase oder ähnliche Hilfsmittel voll aus.
>
> Allerdings halte ich Rubikons Frage nach wie vor für nicht beantwortet. Hanterdro und Jörg09, ihr unterstellt, dass die Schottenblätter für Mittelaltersäcke noch eingeschliffen werden. Das ist aber gar nicht notwendigerweise der Fall und wurde von Rubikon auch nicht erwähnt. Und natürlich entspricht dann der Spieldruck der MA-Sackpfeife dem einer GHB, wobei das Einspielen ähnliche Effekte auf das Blatt haben dürfte.
>
> Viele Grüße,
>
> Alex

Hmm.. Vielleicht wird diese Frage gar nicht beantwortet, weil diese Aussage nirgendwo aufgetaucht ist?
Der gute Pastor schreibt von dem höheren Druck bei der GHB, der allerdings daher rührt, dass die Schotten im Schnitt die Rohrblätter mit dem höheren Druck nehmen. Er hat NIRGENDWO geschrieben, dass das selbe Blatt diesen Unterschied macht ;-)
Beim Marktsack wird eben im Normalfall eher weicher gespielt als bei den Schotten, nicht mehr und nicht weniger.
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Re: Totaler Frust, da zuwenig Puste 7 Jahre 3 Monate her #16

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Ganz ehrlich? Richtig verstehen tu ich's selber nicht...
KÖNNTE es sein, daß das Ganze auch was mit Chanterkonus, Durchmesser der Bordunbohrungen et c. zu tun hat?
Ich weiß wirklich nicht warum, aber ich merke immer wieder, daß ich aus fremdem GHBs selbst mit nur mittelharten Reeds kaum einen Ton rauskrieg - ich selber spiele, wie gesagt, nur weich - aber nie irgendein Problem hatte, fremde Marktsäcke selbst mit angeblich harten Original-Schottenreeds anzuspielen!
Ist halt meine persönliche Erfahrung...
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Re: Totaler Frust, da zuwenig Puste 7 Jahre 3 Monate her #17

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> Ganz ehrlich? Richtig verstehen tu ich's selber nicht...
> KÖNNTE es sein, daß das Ganze auch was mit Chanterkonus, Durchmesser der Bordunbohrungen et c. zu tun hat?
> Ich weiß wirklich nicht warum, aber ich merke immer wieder, daß ich aus fremdem GHBs selbst mit nur mittelharten Reeds kaum einen Ton rauskrieg - ich selber spiele, wie gesagt, nur weich - aber nie irgendein Problem hatte, fremde Marktsäcke selbst mit angeblich harten Original-Schottenreeds anzuspielen!
> Ist halt meine persönliche Erfahrung...

Ich selbst verstehe es auch nicht ganz, bin davon ausgegangen, da von Schottenreeds in der MA-Pfeife die Rede war, müßte es auch spielbar sein, aber auch wenn es dementsprechend angepasst und ev. eingespielt wird. Ich konnte es nur akzeptieren, dass in MA-Säcke Schottenreeds verwendet werden. Es gibt verschiedene Arten (franz. oder schottischen Schnitt) von Schottenreeds, Schottenreeds die fast zu jeder GHB-Spielfpeife (an)passen (lassen) und Schottenreeds die nur für bestimmten GHB-Spielpfeifenhersteller passen. Für mich selbst ist nur unklar, wie echtes Schottenreed in einer MA-Spielpfeife passen sollte! Nur weil Beide (GHB und MA) in A sind. Da die Mensur der MA-Sack zur GHB ganz anders sein müßte und wahrscheinlich auch ist. Die schottische Skala ist pentatonisch. MA-Skala, glaube in Erinnerung zu haben, ist dorisch. Desweiteren weiß ich nicht, ob jeder weiß, wie richtige Schottenreeds aussehen, und möglicherweise, es verwechseln könnte, da sie vielleicht nur ähnlich aussehen (Doppelrohrblätter). Die Pakipipe "Schotte" verwendet auch Doppelrohrblätter in der Spielpfeife, werden bei dem Händler/Verkäufer, der die Paki verkauft hat, als Reed für den Schotten verkauft, da unter Umständen dieser Händler/Verkäufer möglicherweise mehrere Dudelsäcke pakistanischer Machart im Laden haben kann. Und schon könnten viele Kunden annehmen, dass es um echte Schottenreeds handelt. Ich kann ein Bombardeblatt in einem GHB-Chanter mit dem Mund spielen, aber mit bzw. in der GHB-Pipe ist es unmöglich einen konstanten Dauerton zu halten und richtig Dudelsack zu spielen (pipen).

Deshalb schrieb ich auch, dass ein Instrumentenbauer, das viel viel besser erklären kann.

Es ist gut so, wenn in vielen anderen Dudelsäcke ohne dem intensiven langsamen Einspielen wie beim schottischen Reed, funktioniert. Die anfängliche Frage der ersten Seite ganz oben betraf dem schottischen Dudelsack. Darum gab ich hier mein Wissen so gut ich konnte weiter. Viel Spass und gut Reeds!
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Re: Totaler Frust, da zuwenig Puste 7 Jahre 3 Monate her #18

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> Wieso soll der Spieldruck bei ner GHB VIEL höher sein, als beim MA Sack wenn man in dem MA Ssack das selbe Reed spielt wie in der GHB?

Zählt mal die Bordune - mehr Luftverbrauch bedeutet, dass auch mehr Druck verbraucht und somit auch aufgebracht werden muss.
Natürlich gibt es auch Mittelaltersäcke mit drei Bordunen, ich habe allerdings fast nie gesehen, dass jemand auch alle drei spielte, üblicherweise waren zwei zugestöpselt, und einer ging nicht.
Bei GHB ist eine gewisse Härte des Rohrblattes notwendig, um die Funktion der Spieltechniken zu gewährleisten. Diese Notwendigkeit besteht beim MA-Sack nicht (im Mittelalter waren die Leute bekanntlich primitiv und kannten noch keine Spieltechniken), daher werden gerne weiche Reeds ausgesucht. Häufig treffe Musiker, die zwei Köpfe größer sind als ich und doppelt so breit gebaut, dabei nur halb so alt, denen beim Spielen fast der Kopf platzt wegen der Härte der Rohrblätter; wenn ich das Instrument probiere (unter dem für mich ungewohnten Arm > Linkshänder) stelle ich fest, dass ich es mit dem linken Nasenloch blasen kann. Es ist zum großen Teil eine Frage der Gewohnheit und der richtigen Atem/Drucktechnik.
Der benötigte Spieldruck setzt sich zusammen aus: dem Druck, der notwendig ist, um die Reeds anzuregen, und dem Druck, der notwendig ist, um den durch Luftverbrauch an anderer Stelle verlorenen Druck zu ersetzen. Jede undichte Stelle (und dazu gehören auch weitere Pfeifen, die Luft verbrauchen) erfordert mehr Druck. Die engste Stelle sind die Reeds - ein Mittelaltersack mit der gleichen Anzahl Bordune und den gleichen Reeds wird den gleichen Druck benötigen wie ein Schottensack, vorausgesetzt, es gibt keine anderen Undichtigkeiten (bei Marktsäcken allerdings häufig anzutreffen, offenbar kümmern sich Schottenpiper besser um ihre Instrumente als Marktsacker).
Vielleicht könnte sich ein Physiker hierzu noch kompetenter äußern als ich.
@ jörg09: MA-Säcke sind üblicherweise in A dorisch gestimmt, GHB sind nicht pentatonisch, sondern mixolydisch gestimmt mit einem Grundton, der heute oberhalb von B liegt. Dass es suboptimal sein muss, das Eine mit dem Blatt vom Anderen zu betreiben, habe ich an anderer Stelle mehrfach ausgeführt.
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