Willkommen, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:
  • Seite:
  • 1
  • 2

THEMA: Transponieren oder so...

Transponieren oder so... 3 Jahre 6 Monate her #1

  • Caj
  • Cajs Avatar
  • Offline
  • Neuling
  • Beiträge: 7
Hallöchen!
Ich bin ein ganz frischer Sack-Neuling :-P Mir raucht gerade der Kopf vor lauter Theorie und ich hoffe, dass ihr mir bei meinem Problemchen helfen könnt.

Also: Ich habe mir die DegerPipe 2+ angeschafft, um mieterfreundlich meine ersten Spielversuche machen zu können. Dazu habe ich mir die Bücher von Thomas Zöller besorgt. Später möchte ich gerne Hümmelchen und Cornamuse spielen, weswegen ich mich auf die altbewährte Griffweise mit Grundton C festlegen möchte.
Problem: Die Stücke in Zöllers Buch sind (natürlich) alle für den Marktsack geschrieben, also mit Grundton G. Es sind also Töne dabei, die ich mit meiner gewählten Griffweise nicht erreichen kann.
Was jetzt?? Muss ich alle Übungsstücke umschreiben und 'nach unten transponieren'? Falls ja: wie macht man das genau?? :S

Danke im Voraus für eure Antworten!
Tu was du willst, solang es niemandem schadet.
Letzte Änderung: 3 Jahre 6 Monate her von Caj.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.

Aw: Transponieren oder so... 3 Jahre 6 Monate her #2

  • mick
  • micks Avatar
  • Offline
  • Dudelsacklegende
  • Beiträge: 390
  • Dank erhalten: 18
Du hast zwei Möglichkeiten: die unaufwändigere wäre, du lernst, in beiden Tonarten zu lesen und gewissermaßen im Kopf zu transponieren. Dazu denkst du weniger in Tönen als in Intervallen und Griffen - also statt "G" denkst du "tiefster Ton, alle Finger zu", statt "A" denkst du "ein Ton höher, ein Finger hoch" usw. Daran kann man sich recht schnell gewöhnen.
Die andere Möglichkeit besteht darin, tatsächlich alles zu transponieren. Auch in diesem Fall sind die Intervalle entscheidend. Du setzt jeden einzelnen Ton um denselben Wert herunter, in diesem Fall wird aus jedem G ein C, aus jedem A ein D, aus jedem H ein E usw. Wichtig ist, dass du jeden Ton seinem Verhältnis zum Grundton entsprechend überträgst - in diesem Fall kommt das bei der Septime zum Tragen: wenn im Original ein F# steht, wird daraus ein H, wenn ein F steht, wird daraus ein B. Anders ausgedrückt: bei der Transposition um eine Quinte nach unten verschwindet ein #, bzw. kommt ein b hinzu (Stichwort Quintenzirkel).
Übrigens haben die Marktsack-Stücke in Zöllers Buch nicht den Grundton G, G ist lediglich der tiefste Ton. Der Grundton (auf den auch der Bordun gestimmt wird) ist A, und alle diese Stücke folgen einer dorischen oder einer Moll-Tonreihe, die auf A aufgebaut ist.
Realistisch betrachtet brauchst du allerdings eigentlich gar nicht zu transponieren, da die Deger-Pipe ab Werk genau so gestimmt sein dürfte, dass du A als zweittiefsten Ton sowie als Bordunton hast - vielleicht wäre es das beste, du fängst damit erstmal an zu lernen, ohne dir gleich zu Anfang unnötige Schwierigkeiten in den Weg zu legen, und gewöhnst dich später mit dem Hümmelchen entsprechend um - dann wirst du beides lesen können.
Noch eine Frage: meist du "Cornamuse" (quasi ein nicht-krummes Krummhorn) oder "Cornemuse" (zentralfranzösischer Dudelsack)?
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.

Aw: Transponieren oder so... 3 Jahre 6 Monate her #3

  • subi
  • subis Avatar
  • Offline
  • Expertendudler
  • Beiträge: 83
  • Dank erhalten: 13
Ein Hinweiß noch der dir vielleicht helfen könnte.

Es gibt 2 mal offene Griffweise auszuwählen.

Einmal für Marktsack und einmal für Hümmelchen (bzw barock).
Standardmäßig ist ,wie Mick schon geschrieben hat die Stimmung schon richtig gestellt.

Marktsackgriffweise hat als Leitton g und als Grundton a.
Demnach ist der Bordunton auch a. bzw ae oder aea

Hümmelchengriffweise hat keinen Leitton und c als Grundton.
Bordunton ist demnach c, cg oder cgc.

Am besten du spielst die Stücke aus deinem Lehrbuch mit der Marktsackgriffweise.
Dann passt die Stimmung auch zu den Noten.

Man kann die einzelnen Griffweisen auch Umstimmen. Der Bordun passts sich dann immer dem Grundton an. zb Marktsack von a auf d runter. Dann hat man die selbe Skala wie zb beim Hümmelchen oder der Hümmelchen griffweise (c' - d''). Der Unterschied ist dann aber Grundton und Bordunton d anstatt c. c' wird hier nur noch zum Leitton.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.

Aw: Transponieren oder so... 3 Jahre 6 Monate her #4

  • Caj
  • Cajs Avatar
  • Offline
  • Neuling
  • Beiträge: 7
Mick:
Sorry, mit ''Grundton'' hab ich mich fachlich falsch ausgedrückt... Ich meine, dass G in Zöllers Büchern der tiefste Ton ist.

Für einen Anfänger wie mich ist das gerade ganz schön viel Theorie :S
So ein Quintenzirkel ist für mich ein Buch mit 7 Siegeln...
Ich hatte auch daran gedacht, dass ich einfach jeden Ton runtersetzen könnte, bin mir aber dann mit der Veränderung der Vorzeichen unsicher.
Könnte mir vielleicht jemand z.B. Branle d'Écosse (S. 30) aus Zöllers Buch transponieren? Wenn ich ein Beispiel habe, käme ich sicherlich besser damit zurecht.
Vielleicht wäre noch wichtig zu erwähnen, dass die barocke Griffweise auf der Deger Pipe nur bis zum hohen Dis reicht. Ich glaube normale Blockflöten schaffen durch Überblasen mehr. Die Stücke in Zöllers Buch reichen bis zum hohen A.

Vielleicht sollte ich mich doch erstmal mit dem Marktsack anfreunden und später dann mal zur barocken Griffweise wechseln, wenn denn mal eine CornAmuse ansteht.
Mir ist aber noch etwas aufgefallen: Kann mir einer sagen, wie man auf der Deger Pipe (Marktsack) Cis und hohes G spielt?? Die sind nämlich nicht in der Grifftabelle mit aufgeführt...

Subi:
Hm... versteh ich auch nicht so ganz. Wenn ich den Deger auf Marktsack stelle und über Key einige Halbtöne runterschalte, wird der Ton zwar tiefer, aber die Griffweise bleibt immer gleich - nix mit Hümmelchen-Griffweise.
Oder hab ich dich falsch verstanden?
Tu was du willst, solang es niemandem schadet.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.

Aw: Transponieren oder so... 3 Jahre 6 Monate her #5

  • mick
  • micks Avatar
  • Offline
  • Dudelsacklegende
  • Beiträge: 390
  • Dank erhalten: 18
Diese Seite hier könnte dir von Nutzen sein: www.musiklehre.at/
Unter "Tonleitern/Skalen" findest du auch den Quintenzirkel.
Du suchst deine Ausgangstonart anhand der Vorzeichen, dann suchst du die Zieltonart und siehst in der Grafik, welche Vorzeichen dazu gehören. Wenn du also von A-Moll (keine Vorzeichen) nach D-Moll transponieren willst > eine Position nach links, dann siehst du, dass die Zieltonart ein b hat. Wenn das Stück in A-dorisch ist, beinhaltet die Reihe statt F ein F#, und ist daher zu behandeln als wäre es in E-Moll (auch wenn der Grundton A ist) - dann gehst du von dort eine Position nach links, in der Zieltonart verschwindet das #.
Hier findest du eine Notation des Branle d'Écosse in D (dorisch, statt dem zu D-Moll gehörigen Ton "B" beinhaltet diese Tonreihe den Ton "H"):
folkstanz.in-berlin.de/taenze/sammlung/branle.shtml
Wie man auf der Deger-Pipe das C# spielt, kann ich dir leider nicht sagen (ich habe keine Deger-Pipe). Bei den wenigen Marktsack-Spielpfeifen, die diesen Ton spielen können, geht es entweder 1. Oberhand komplett geschlossen, Mittel- und Ringfinger der Unterhand geschlossen, Klein- und Zeigefinger geöffnet (dies entspricht auch der Griffweise des F# bei Hümmelchen und Blockflöte), oder 2. Oberhand geschlossen, nur der Mittelfinger der Unterhand geöffnet. Welche Variante bei welchem Instrument funktioniert (wenn überhaupt), muss ausprobiert werden, es mag je nach Bauart auch noch weitere Varianten geben.
Hohes G sollte sein: Daumen und Mittelfinger der Oberhand geschlossen, alle anderen Finger offen.
Wenn du die Tonhöhe der Deger-Pipe veränderst, bleibt die Griffweise dennoch die vorher eingestellte, in diesem Fall Marktsack. Wenn du Hümmelchen-Griffweise willst, musst du das Instrument auf Hümmelchen umschalten - wie, kann ich dir allerdings nicht sagen.
Wenn du Schwierigkeiten mit der Handhabung des Instruments hast, solltest du dich vielleicht mal an Manfred Deger selbst wenden.
Leider verstehe ich nicht, was du mit dem Dis bei barocker Griffweise meinst - allerdings hat natürlich jede Blockflöte, die überblasen kann, einen größeren Tonumfang als ein Dudelsack, der auf einen Umfang von neun Tönen begrenzt ist.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.

Aw: Transponieren oder so... 3 Jahre 6 Monate her #6

  • subi
  • subis Avatar
  • Offline
  • Expertendudler
  • Beiträge: 83
  • Dank erhalten: 13
Mick hat ja schon wieder sehr rasant geantwortet. ;)

Taste Sound + Einschalten = Barock-offen/Hümmelchen (Dazu sound 4 oder 5 ;) )
Taste Met + Einschlaten = franz. Halbgeschlossen/Schäferpfeife (Dazu sound 2)
Taste Key + Einschalten = offen/Marktsack (Dazu sound 2)

Ja, die Marktsack Griffweise und die Hümmelchen Griffweise sind nicht ganz identisch auf der Deger Pipes.

Marktsack kann kein cis' und gis'' (runtergedreht auf c'-d'' wären das fis' und cis'')
Die braucht man als frischer Anfänger eher selten.

Abgesehen davon sind die beiden Griffweise auf der Deger gleich nur mit unterschiedlichem Grundton. Einmal Grundton alle Finger geschlossen und einmal Grundton unterster Finger offen. Dementsprechend hat man auch einen anderen Bordunton zur Auswahl.

Als Beispiel: Bourree Auore d' Sand kann man auf der Deger nur auf der Hümmelchengriffweise (wegen cis'') aber ohne Bordunton spielen. Den Bordun muss man leise drehen da der c Bordun nicht zu d-moll passt.
(mit der Schäferpfeifengriffweise geht das Stück aber perfekt. :) )
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
  • Seite:
  • 1
  • 2
Ladezeit der Seite: 0.611 Sekunden