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THEMA: Balggeblasener Schäfer - techn. Anfängerfragen

Balggeblasener Schäfer - techn. Anfängerfragen 3 Jahre 7 Monate her #1

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Tach zusammen!

Vor einiger Zeit hab ich (spontan, ohne vorab mein Weyb zu fragen... :whistle: :sick: ) hier im Marktplatz eine wunderschöne alte - und offenbar viel bespielte - balggeblasene Schäferpfeife in D mit Klappen, gebaut von Andreas Rogge erstanden.



Gut soweit. Der Preis war in Ordnung, obzwar letzte Nutzung und Wartung wohl schon einige Zeit her waren - also erst mal ab damit zu Rogge für `ne Komplettüberholung und ein paar Extras, dafür hat´s Budget noch gelangt - zusätzliche Spielpfeife in G...



...und seitlicher Umstimmstöpsel. :)


Jetzt kömmt`s: Da ich jetzt davon ausgehen kann, dass das Instrument in einem hervorragenden und spielfähigem Zustand ist bräuchte ich mal ein paar Handreichungen, damit meinereiner auch das Potenzial mittel- bis langfristig ausreizen kann :lol:
Vorgestern ist das Teil bei mir aufgeschlagen, mache also gerade die ersten "Gehversuche". Frage also:

--> Blasebalg: Wo an dem ollen Korpus am geschicktesten anspaxen?
Tendiere da zum Oberarm, dicht überhalb des Ellenbogens. Passt mir soweit, nur zupf ich mir ab und zu mal den Schlauch raus, an den Wicklungen liegt`s nicht, die sind ausreichend stramm. Hab mir mal Schlauch besorgt und teste gerade verschiedene Längen.

--> Rohrblätter: Müssen wohl eingespielt werden? Auch bei balggeblasen?
Wenn ja, wie lange dauert das ungefähr?



D-Schalmei Schilf- oder Holzrohrblatt (neu), spielt sich noch recht hart, bekomme kaum `nen sauberen Ton raus :blush:
G-Schalmei Kunststofrohrblatt, da geht`s schon besser, aber...oje... :whistle: :lol:
(Gehe aber mal schwer davon aus, dass Andreas Rogge und seine Mitarbeiter ganz genau wissen was sie da fabrizieren, werd also `nen Teufel tun da an den Rohrblättern selbst rumzufingern, dafür fehlt´s mir einfach an Fachwissen)

--> Druck I: Hängt mit der letzten Frage sicher zusammen - die Bordunen starten noch recht unwillig, meist nur bei sehr niedrigem (fast nicht vorhandenem) Druck, ein Hauch mehr für die Spielpfeife - und die stellen den Dienst plötzlich ein obzwar nicht immer :unsure: , evt auch nur ein "Wiederinbetriebnahmeproblem"? (Kunsttoffblätter)

--> Druck II: Das "Druckfenster" (G-Spielpfeife) zwischen kömmt nix und überbläst ist sehr klein und insgesamt irgendwie weitaus geringer als bei meinem Rosshümmel. Auch noch `ne Rohrblatteinspielgeschichte?

Das war`s erst mal grob.
Nicht vergessen: Ich hab noch keine "Arbeitsstunden" auf dem guten Stück und stelle mich eh noch was dämlich damit an, ist erst mal `ne rein informative Sache für mich.


Gruss
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Aw: Balggeblasener Schäfer - techn. Anfängerfragen 3 Jahre 7 Monate her #2

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Hallo Alter Sack,

zunächst mal meinen Glückwunsch für das schöne Instrument, das Du da erworben hast.

Zu Deinen Fragen:
Blasebalg: Der Blasebalg wird, wie Du richtig vermutet hast, knapp oberhalb des Ellenbogens um den Oberarm geschnallt. Daraus ergibt sich, den Leibriemen etwas oberhalb der Gürtellinie festzuzurren, so dass der angelegte Oberarm den Balg sauber zusammendrückt.
Rohrblätter: Bei balgebtriebenen Säcken fällt der wichtigste Grund für das Einspielen, nämlich die schrittweise Gewöhnung an Atemfeuchtigkeit, weg. Zumal bei Kunststoffblättern braucht man da keine Rücksicht zu nehmen.
Druck I: Die Schilfblätter von Andreas sind oft recht knackig, zumal bei den tiefen Säcken. Sollte das Blatt zu hart eingestellt sein, wird Dir ein weiterer Werkstattbesuch wahrscheinlich nicht erspart bleiben. Wenn die Bordunrohre zu schnell zugehen, muss man sie evtl. ein ganz klein wenig aufbiegen. Du solltest aber zunächst mal das konstante Druckhalten mit Blasebalg sicher meistern, bevor Du Dich an solche Korrekturen machst.
Druck II: Das liegt in der Natur der Sache. Ein Rosshümmel überbläst nicht, und wenn Du mit der Dampfwalze über den Sack fährst. Die Schäferpfeifen sind dagegen so konzipiert, dass man mit mäßigen Druck die zweite Oktave erreichen kann, woraus resultiert, dass die untere Oktave mit fein dosiertem Druck gespielt werden muss. Zunächst mal eine Gewöhnungssache.
Ich würde vorschlagen, wir reden in vier Wochen noch mal. Vermutlich haben sich die meisten Deiner Probleme dann relativiert.
Gruß, Stephan
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Aw: Balggeblasener Schäfer - techn. Anfängerfragen 3 Jahre 7 Monate her #3

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Hallo "alter Sack",

wie Stephan schon geschrieben hat: Schäferpfeife ist anders als Hümmelchen.

Mit Blasebalg ist die Koordination leider wieder von vorne zu lernen :blink:

Vorgehensweise: vielleicht erstmal ohne Spielpfeife das Druckhalten üben. Ich konnte vor Blasebalg das mit einem Mundgeblasenen Sack echt gut, nur kam ich mir die ersten 4 Wochen wie ein Idiot vor. Wollte schon alles wegwerfen. Aber irgendwann kommt das und dann geht auch das Spielen. Alternative mit Spielpfeife nur Grundton spielen und Druckhalten.

Und ich würde in Deinem Fall erstmal mit der G-Spielpfeife anfangen und später zur D-Pfeife wechseln.

Verinnerliche die Koordination und fang dann mit spielen an.

Ich habe erst einen A-Sack bekommen und tue mich hier auf Grund der anderen Tonleiter beim ersten mal spielen eines Liedes extrem schwer. Und das obwohl ich schon 2 Jahre eine Bechonnet mit Blasebalg habe die mehr Luft braucht. Ich verkrampfe hier zu schnell und muß aufgeben.

Gruß

Alex
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Aw: Balggeblasener Schäfer - techn. Anfängerfragen 3 Jahre 7 Monate her #4

  • alter Sack
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Danke der Rückmeldung, dachte mir eh schon das es an mir liegt... :lol:

Gut. Gibt also keine Einspielzeit für die Rohrblätter.
Wollte nur Gewissheit haben, fragen kost ja nix.

Dann werd ich meine ersten Wochen mal mit der G-Pfeife üben, da bekomme ich ...naja...bis jetzt die saubersten Töne raus - und die Grifflöcher sitzen was enger zusammen als bei der D, ist jetzt am Anfang auch hilfreich. Obzwar ich meine Göttergattin gestern mit Ohrstöpsel in der Wohnung erwischt habe...kann ich gar nicht verstehen... :whistle:
Bei der D-Pfeife bekomme ich zwar auch mal kurz `nen sauberen Ton, die ist aber weit anspruchsvoller zu spielen und benötigt erst mal mehr Grundkenntnisse Druck halten/nachpumpen. OK, in vier Wochen... ;)

Beim Druck Schäfer/Hümmel hab ich mich missverständlich ausgedrückt:
Wollte nur andeuten, dass mein Hümmel für sauberes Spiel einen Druck benötigt, bei dem die G schon (saumässig :blush: ) überbläst oder anfängt zu schnarren, obzwar viel lauter im Klang - da muss ich mich erst mal umgewöhnen und den Schäfer weit zärtlicher als die Hummel knuddeln.

Wird schon B)

Gruss
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Aw: Balggeblasener Schäfer - techn. Anfängerfragen 3 Jahre 7 Monate her #5

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Da kann ich meinen Vorrednern nur beipflichten.
Blasebalg-spielen ist Neu-lernen.

Aber man kanns ja "lernen". ;)

Ein Hümmelchen kann durchaus einen Druck brauchen bei denen viele staunen würden.
Ich spiele meine Hümmelchen mit Schilf. Mundgeblasen bevorzuge ich ein sehr hartes Rohrblatt. Balggeblasen bin ich aber auf ein etwas weicheres Rohrblatt umgestiegen da ich damit besser klar komme.
Auch meine Schäferpfeife braucht weniger Druck als mein Hümmelchen mit "weichem" Rohrblatt.

Die Lautstärke hängt im diesen Fall nicht mit dem Druck zusammen. Die Schäferpfeife ist konisch gebaut, dadurch lauter und höher bei "ähnlicher" Baulänge. Das Hümmelchen ist zylindrisch gebaut und dadurch leiser und tiefer bei "ähnlicher" Baulänge.
Das könnte man auch Physikalisch korrekt erklären, aber wenn man diese 2 Dinge weiß reicht es auch. ;)
Letzte Änderung: 3 Jahre 7 Monate her von subi.
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Aw: Balggeblasener Schäfer - techn. Anfängerfragen 3 Jahre 6 Monate her #6

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Salve!

Kurze Rückmeldung;
Nach zwei Wochen ca. halbstündigem täglichen übens:

Druckhalten, nachpümpeln und saubere Töne mit der G funktionieren jetzt recht gut, nur wenn ich ein Lied spiele und mich dabei dann etwas mehr auf die Finger konzentrieren muss hapert´s noch mit der Koordination, wird aber fast täglich besser :)

Mit der D funktioniert`s mittlerweile auch (ein wenig :blush: ), aber die braucht mir einfach noch zuviel Druck. Bin das nächste Wochenende auf `nem Lehrgang, da werd ich die Profis mal fragen ob das alles so mit rechten Dingen zugeht :P

Gruss
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