Piper's Cathedral

Ein Musikprojekt über die Dudelsackabbildungen im Dom zu Köln


Die neue CD „Pipers Cathedral“ dreht sich nur um das Eine: Die 17 Dudelsackabbildungen von Dudelsackspielern aus verschiedenen Jahrhunderten, die im Kölner Dom zu finden sind. Musikalisch eine Annäherung an die Musik, die zu diesen gemalten, geschnitzten oder als Mosaik gestalteten Kunstwerken aus den verschiedenen Bauepochen des Doms passt, sie auch als Klang erlebbar macht und so einen Zugang zu diesem leider weithin unbekannten Aspekt dieses bekannten Bauwerks ermöglicht.

SPILLYCK, ein Ensemble aus dem Bergischen Land, hat mit verschiedenen heimischen und europäischen Dudelsäcken, aber auch Akkordeon, Perkussion und Harfe die große Bandbreite erlebbar gemacht und in einer quasi „Live“-Einspielung die von Dr. Fritz Schneider im Dom dokumentierten 17 Sackpfeifer erweckt. Wie die Abbildungen umfasst die Musik sehr unterschiedliche Epochen, die sich in der Instrumentierung niederschlagen und keine Langeweile aufkommen lassen. Jedes Fundstück wurde charakteristisch bedacht, mit bekannten (Weihnachts)- liedern über regionaltypische Musik bis hin zu asturischen Klängen und zeitgenössischen, auch eigenen Kompositionen. Die Arrangements lassen erahnen, dass La Rotta und das Cornemuse Consort Coelln im Erfahrungsschatz mitschwingen.

Der CD in DVD-Aufmachung ist ein umfangreiches Booklet beigelegt, das die Abbildungen skizziert (keine Photos aufgrund von Copyright-Gründen - die Domverwaltung war offenbar nicht in allen Phasen dieses Projektes hinreichend aufgeschlossen, schade!!) sowie Hintergründe erläutert und beim nächsten Dombesuch das Auffinden der Abbildungen erleichtert. Die CD animiert den interessierten Hörer sicherlich dazu, sich die Originale bald zu Gemüte zu führen. Die Quellenangaben und Kurzportraits der Fundstücke im Dom mit den Hinweisen zu den jeweiligen Musikstücken machen die Orientierung einfach und unterstützen das Herauspicken einzelner Stücke. Die große Dynamikbreite zwischen gefühltem Dudelsackorchester und zartem Harfenvorspiel tut ein Weiteres, so dass ein einfaches „Nebenherhören“ schnell zu einem „Extrahinhören“ wird.

Tilman Teuscher