Schäferpfeife

1. Beschreibung

Die Schäferpfeife oder Schaper Pfeiff, wie sie bei Michael Praetorius heißt, war offenbar im Mittelalter und der frühen Neuzeit ein in Mitteleuropa weit verbreitetes Instrument. Man findet sie auf Hunderten von Abbildungen (Holzschnitten, Altarbildern, etc.), auch und vor allem zusammen mit der Schalmei. Diese Musizierweise wird heute noch z.B. in der Biniou kozh oder in Süditalien praktiziert. Da leider kein Instrument die Jahrhunderte überdauert hat, sind wir bei der Rekonstruktion z. T. auf Vermutungen angewiesen. Demzufolge besaß die Schäferpfeife eine zylindrische Spielpfeife mit Einfachrohrblatt und zwei Bordune, meist im Quintabstand. So zeigt es jedenfalls Praetorius in seinem Syntagma Musicum.

Die Schäferpfeife, die man heute kaufen kann, verfügt dagegen über eine konische Spielpfeife mit Doppelrohrblatt. Die meisten Instrumentenbauer haben dabei die Spielpfeife der französischen Cornemuse du Centre übernommen, die spieltechnisch die meisten Möglichkeiten bietet. Die Spielpfeife hat sieben vorderständige Grifflöcher sowie ein Daumenloch. Fast immer wird heute das zweite Daumenloch für den rechten Daumen gebohrt, das das saubere Intonieren der kleinen Terz ermöglicht. Die beiden Bordunpfeifen im Quint- oder Oktavabstand stecken in einem gemeinsamen Stock und ragen nach vorne oder liegen über der Schulter. Der Luftsack ist aus Leder genäht und wird mit dem Mund geblasen.

2. Abbildungen

3. Stimmung und Tonumfang

Schäferpfeifen stehen in den meisten Fällen in G. Umfang und Tonvorrat entsprechen der französischen Cornemuse du Centre:


Die Grifftabelle entspricht der der Cornemuse du Centre.

Stimmung der Bordunpfeifen: